2016, Blog

Adblock – Verbot

Im Juni veröffentlichte die Bundesregierung ihren Bericht der Bund-Länder-Kommission zum Thema Medienkonvergenz. In der Kommission wurde unter anderem das Thema Ad-Blocker besprochen. Die Medienkonzerne und die Werbebranche halten den Einsatz von Adblockern für rechtswidrig und setzten sich für ein Verbot ein, Zitat aus dem Bericht: “Im Fall der Ad-Blocker wird das Geschäftsmodell als ein unzulässiger Eingriff in eigene werbefinanzierte Geschäftsmodelle der Medienunternehmen gesehen.” Der Eingriff des Gesetzgebers soll notwendig sein.

Wie im Bericht richtig beschrieben, blockieren Ad-Blocker Werbung, Zitat: “Ad-Blocker sind Programme, welche dafür sorgen, dass auf Webseiten enthaltene Werbung dem Betrachter nicht dargestellt wird.” Die betroffenen Medienanbieter scheinen das in den Gesprächen noch dramatisiert zu haben, Zitat: “Nach Angaben der betroffenen Kreise, greifen sie unmittelbar in die Software der Webseiten der Medienanbieter ein und blockieren die Werbung.” Das ist natürlich schlicht falsch. Niemand greift in die Software der Webseiten ein. Hier wird eine Dramatisierung und Kriminalisierung versucht, da ein solcher Eingriff eher in den Hackingbereich gehört. Das Einzige was technisch abläuft, ist schlicht das Verhindern des Datenempfangs (Nutzer/Computer-bezogen) von Inhalten aus unerwünschten Quellen (Webseiten). Welche Seiten unerwünschten Inhalt senden, entscheiden die Nutzer und blockieren es entsprechend.

Die Medienunternehmen fordern deshalb das gesetzliche Verbot von Ad-Blockern, Zitat: “Die Medienunternehmen forderten vor diesem Hintergrund ein generelles gesetzliches Verbot von Ad-Blockern.

Wenn ein solches Verbot durchkommen würde, wäre die Durchsetzung wirklich interessant. Statistische Daten aus 2015 zeigen, dass ca. 25% Prozent der Internetnutzer in Deutschland Ad-Blocker nutzen. In Deutschland waren das 2014 ca. 76,8% der Bevölkerung. Das wären 56 Millionen Nutzer. Wenn nur 14 Millionen davon Adblocker nutzen, könnte eine Durchsetzung wohl nur durch zwei Möglichkeiten erfolgen: Identifizierung per IP beim Surfen mit anschließender Abmahnung oder Hausdurchsuchung. Andere technische Maßnahmen wären nur auf dem heutigen Niveau und sinnlos. Die weitere Variante wäre ein Verzicht auf die Durchsetzung, weil ein solches Gesetz völliger Schwachsinn ist. Ihr habt die Wahl!

Die Werbebranche würde natürlich kein Verbot von Ad-Blockern fordern, sondern eher so etwas wie das Verbot von Maßnahmen, die …

Denn seien wir ehrlich, neben dem Einsatz von Ad-Blockern wie uBlock, könnte man entsprechende Blocklisten in einen Firewall/Router laden oder seine HOST-Datei mit den entsprechenden Einträgen manipulieren. Damit wäre Werbung auch ohne Ad-Blocker weggefiltert. Natürlich nicht nur Werbung, sondern auch Tracking wäre damit verhindert und der Schutz vor Malware wäre erhöht.

Übrigens bieten die größten Firewall-Appliance-Anbieter nicht ohne Grund das Sperren von Werbung an. Ob die großen Sicherheitsanbieter einem solchen Verbot für deutsche Kunden nachkommen würden? Wohl eher nicht! Diese Extrawurscht wäre nur eine Aufwand/Kostenerhöhung. Völliger Käse! Selbst Behörden filtern Werbung und das nicht aus Boshaftigkeit.

Auf eine aktuelle kleine Anfrage einiger Bundestagsabgeordneter der Linksfraktion antwortete die Bundesregierung, Zitat: “Die Bundesregierung prüft derzeit, ob gesetzliche Regelungen für ein Verbot vonAd-Blockern erforderlich sind.

Nachtigall ick hör dir trapsen …

 

Hier Kowabits Anti-Adblock-Maßnahmen-Katalog:

  1. Sobald Werbung im Fernsehen oder Radio gespielt wird, ist Umschalten, Ausschalten oder Stummschalten technisch nicht mehr möglich. Verkauf und Nutzung von Geräten, die diese Möglichkeit nicht anbieten, ist untersagt!
  2. Barrierefreie Webseiten sind verboten! Geräte und Software, die Barrierefreiheit unterstützen, sind verboten!
  3. Telefonwerbung wird automatisch auf Lautsprecher angenommen! Das Telefon kann in diesem Moment nicht stummgeschaltet oder ausgeschaltet werden. Geräte, die diese Maßnahmen nicht unterstützen, sind verboten.
  4. Werbeanzeigen in Zeitungen müssen gelesen werden! Jede Werbugn enthält einen speziellen Code. Jeder Bürger Deutschlands muss täglich mindestens 23 Codes aus Werbeanzeigen (offline/online) auf einem bundeseigenen Portal zur Bestätigung unter einem eigenen personalisierten Profil eintragen. Erfolgt das nicht sind mindestens 3 Zeitungsabonnements abzuschließen. Die Abonnements befreien nicht von der Codeeingabe.
  5. In Zeitungen mitgelieferte Werbung muss durchgearbeitet werden. Siehe Codeeingabemaßnahme!
  6. Ad-Blocker werden verboten. Der Internetzugang wird zwangsweise auf IPv6 umgestellt, inklusive für jeden Bürger eine feste IP-Adresse für jedes internetfähige Gerät (personenbezogen). Sollte eine IP-Adresse mit Ad-Block-Nutzung auffallen, sind Zwangsmaßnahmen notwendig. Abmahnung, Hausdurchsuchung, Beschlagnahme, Führerscheinentzug, täglicher behördlich kontrollierter Werbekonsum auf der zuständigen Polizeidienststelle.
  7. Werbeverweigerer wollen nicht getrackt werden, weil sie Kinderpornographie konsumieren oder Mitglied beim Islamischen Staat sind, alternativ Putintroll. Entsprechende Zwangsmaßnahmen werden für Personenkreise vorgeschlagen, die in diese Kategorien eingestuft werden, aber noch nicht durch den Einsatz von Ad-Blockern aufgefallen sind.
  8. Auf lustigen Katzenbildern ist auf die Geschlechterquotierung zu achten.
  9. Abgeordnetenbestechung wird erlaubt!
  10. Redaktionelle Inhalte auf Webseiten sind zu markieren, um eine Unterscheidbarkeit von dargestellter Werbung zu erreichen. Verbraucherschutz liegt uns am Herzen!

Wünsche angenehmen Tag!

Tagged , , , , , , , ,