2017, Blog

Angriff per Spende

In Kanada hat ein Journalist einen Beitrag über syrische Flüchtlinge geschrieben. Der Artikel sollte an einem Newspaper Award des Zeitungsverbandes teilnehmen. Dafür musste eine Gebühr per PayPal entrichtet werden. Doch das war der Fehler.

PayPal sperrte das Konto des Zeitungsverbandes und verlangte eine Erklärung über die Transaktion und legte Wert darauf, dass sie an die Regeln des US-Finanzministeriums gebunden sind. Wie der Zahlungsdienstleister darauf kommt US-Regeln in anderen Ländern anzuwenden, sollte eigentlich in jedem Land die Aufsichtsbehörden hellhörig werden lassen. Das Geld an den Zeitungsverband wurde zurückgebucht. PayPal erklärte sich jedoch nicht weiter.

Aber Kanadier können über PayPal natürlich Geld für Flüchtlinge aus Syrien spenden. Sie legen sogar noch etwas drauf. 🙂

Mit diesem Fall haben wir auch eine neue Angriffsform herausgearbeitet. Wenn Ihr also in Zukunft Webseiten und Portale, Verlage oder Initiativen lahmlegen wollt, spendet einfach Geld und nehmt in den Betreff kritische Worte wie Syrien, auch english Syria etc. auf. Die Sperrung wird nicht Euch betreffen, sondern Euer Ziel. Wenn also jemand auf PayPal angewiesen ist, bzw. sich von PayPal abhängig gemacht hat, wäre es geschäftsschädigend, wenn sein Konto einige Tage gesperrt werden würde.

Wenn Ihr mich also ärgern wollt, dann spendet Eure 1.000 € monatlich 😉 mit dem Betreff “Syrien Berichterstattung | Syria coverage” und ich habe den Ärger. Oder, wenn Ihr bei irgendjemandem einkauft? Die Folgen können wirklich nervig und für manche Leute sicher existenzbedrohend sein.

Das erinnerte mich an einen einige Jahre zurückliegenden Fall.

Ein Bekannter von mir hat im Zuge der Chelsea Manning / Wikileaks – Veröffentlichung eine Spende an den Unterstützungsfond geleistet. Es waren 10 € oder 20 €. Nicht viel. Ein kleiner Beitrag für eine bessere Welt. Wenige Tage später erhielt er einen Anruf seiner Bank. Die Mitarbeiterin am Telefon informierte ihn, dass Sicherheitsbehörden seine Kontodaten abgerufen haben, um seine Aktivitäten zu prüfen. Keine Ahnung warum sie ihn informierten, aber es war so.

Schöne Welt in der wir leben!

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