Blog

Ashley Madison Hack (3)

So ein Hack fördert über eine gewisse Zeit natürlich auch nette Details hervor. Das Lustigste ist wohl die Tatsache, dass 20 Millionen Männer mit ungefähr 12.000 Frauen geflirtet haben. Die restlichen 5 Millionen Frauenprofile waren schlicht Müll.  Bis zu 68.000 Profile wurden scheinbar aus dem hauseigenen Ashley-Madison-Netzwerk selbst erstellt. Muah! Männer die betrügen wollen, werden also selbst betrogen. Die Firma hat in Ihren AGBs aber wohl dafür gesorgt, dass gefälschte Profile keine rechtlichen Probleme bringen. Wir müssen hier klar feststellen: Ashley Madison hat Millionen Männer für eine Illusion bezahlen lassen. Und sie haben es freiwillig getan. 🙂

Ist das ein Geschäftsmodell? Klar! Gibt es das auch bei uns? Doofe Frage! Natürlich! 🙂

Beispiel gefällig?

Hier:

Spät Nachts berieselt uns dieser Anbieter manchmal mit Fernsehwerbung: http://www.treffpunkt18.de/ . Laut Webseite 4 Millionen Mitglieder im deutschsprachigen Raum. Die Firma hinter treffpunkt18 ist die HQ Entertainment Network GmbH & Co. KG mit Sitz in Wien. Sie betreibt zusätzlich mindestens noch das Portal http://www.flirtfair.de/ und http://www.treffpunkt69.de/. Alles nach dem selben Prinzip. 🙂

Da heisst es in den AGBs unter Punkt 10 Abs. 2, Zitat:

“HQ setzt zur Animation und Unterhaltung der Nutzer professionelle Animateure und Operatoren ein, die im System nicht gesondert gekennzeichnet werden. Mit diesen sind keine realen Treffen möglich. Die Nutzer können ihnen lediglich Nachrichten innerhalb des Portals senden oder per SMS oder telefonisch mit ihnen in Kontakt treten. Nachrichten über das elektronische Postfach sind nur im Rahmen des kostenpflichtigen Dienstes möglich.

Der Preis für den Versand einer SMS an diese Personen beträgt 1,99 EUR; bei Nutzern von T-Mobile beträgt der Anteil des Mobilfunkbetreibers 0,12 EUR. Die Kosten für einen Anruf aus dem deutschen Festnetz betragen 1,99 EUR pro Minute; Mobilfunkpreise können abweichen. Der Nutzer kann die Einstellung der Kontaktaufnahme mit einer Nachricht an den jeweiligen Zahlungsprovider, welcher dem Nutzer während der erstmaligen Kontaktaufnahme mitgeteilt wird oder bei Support erfragt werden kann, verlangen.”

Service und Support ist eine “Nicht-Kennzeichnung” jedenfalls nicht. Eine verlockende Falle?

Lustig in den AGBs ist aber auch Artikel 1, Abs. 4, Zitat:

“Der Betreiber behält sich das Recht vor, diese AGB für laufende Mitgliedschaften wie folgt zu ändern. In diesem Fall werden dir die geänderten, zukünftigen AGB per E-Mail vor ihrem Inkrafttreten zugesandt. Wenn du zwei Wochen nach Zugang dieser E-Mail nicht widersprochen hast oder das Angebot ohne Widerspruch weiter nutzt, gelten die geänderten Bedingungen als angenommen.

Das dürfte, soweit ich mich an die AGB-Streitigkeiten erinnere, wenigstens in Deutschland nicht mehr rechtens sein.

In Deutschland wurde mit dem Zensus festgestellt, dass bei uns ca. 37 % aller Haushalte Singlehaushalte sind. Das trifft etwa 13 Millionen Menschen. Statistisch gesehen, lässt sich mit dem Thema Partnerschaft und natürlich auch Erotik eine Menge Schotter machen. Und welcher Single liest schon AGBs? Das tun ja, wie bei Ashley Madison, nicht mal Leute in einer Partnerschaft. Getrieben vom Druck oder der Einsamkeit sind Menschen aber bereit alles mitzumachen. Eben auch Fehler!

Tagged , , , , , , , , , , , , , , , , ,