2020, Blog

Cryptos: Sie werden alle sterben

Im Jahr 2017 hatte ich eine Reihe Artikel über Cryptowährungen und die Blockchain geschrieben. Ich bin grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber jeder Technology. Ich habe heute noch einige Cryptos im Portfolio. Aber nicht viel. Würde ausreichen für ein paar Tankfüllungen. Das Traurige am Cryptomarkt ist jedoch, dass seit 2017 nichts mehr passiert ist. Viele Cryptonewswebseiten schreiben zwar eifrig über neue Coins und DApps und Smart Contracts, aber mehr als 2017 ist es nicht. Ich würde 99,999% des dort vorhandenen Marktes oder Angebotes betiteln als: Gedöhns.

Cryptos haben sich stellenweise etabliert in einer Subkultur der IT-Szene und schaffen es in die Nachrichten mit Bad News, aber sie schaffen es nicht flächendeckend in den Handel. Maßgeblich als Zahlungsmöglichkeit. Ich halte die Technologie durchaus immernoch für eine Option alternative Zahlungsmöglichkeiten zu etablieren. Es gibt aber keine Akzeptanz über ein paar Webseiten hinaus. Ändert sich das nicht, verschwinden die Coins wieder und waren auch nur eine neue Tulpenkrise für die Inhaber.

Hierbei ist das größte Problem, dass Transaktionen etwas kosten. Meine Banküberweisungen sind kostenlos. Meine Zahlungen mit Karte – abgesehen von Auslandsabhebungen oder bei manchen Karten Fremdwährungsumsätze – sind ebenfalls kostenfrei. Da hält keine Cryptocurrency mit. Nutzer werden nie bereit seid dafür zu zahlen. In der Realwelt wechseln wir das Konto, wenn uns die Gebühren auf den Keks gehen. Bei Cryptos kostet selbst dieser Wechsel.

Aber nicht nur Gebühren. Auch Geschwindigkeit ist bei den meisten Cryptos noch ein Problem. Bei VISA findet man die Aussage, dass sie 150 Millionen Transaktionen pro Tag abwickeln. Sind etwa 1.736 pro Sekunde. Schaffen wollen sie bis zu 24.000 pro Sekunde. Bei den Cryptos konnte ich nur acht Projekte ausmachen, die vielleicht diese Möglichkeit haben: EOS mit 5.000, Ontology mit 5.300, NANO mit 7.000, ICON mit 9.000, STEEM und NEO und QTUM mit 10.000 und KOMODO mit 20.000 Transaktionen pro Sekunde. Da ist keine Währung bei, die der Mehrheit der Menschen, die sich mit diesem Thema oberflächlich beschäftigt haben, bekannt sein wird. Bitcoin schafft wohl etwa sieben pro Sekunde. Yeah! Aber auch diese genannten Assets bieten keinen Bezug zur Realwelt der Arbeitnehmer*innen die vielleicht froh über Alternativen wären, um dem Bankensystem zu entkommen.

Einige Cryptos können momentan bereits genutzt werden, um Geld um die Welt zu senden. Ich könnte zu einem Bekannten Stellar Lumens nach Afrika senden für einen Bruchteil der Kosten, die ich an Banken zahlen muss. Das Risiko bleibt jedoch die Cryptoschwankung, da die Mehrheit der Nutzer damit nur zockt. Ich sende 100 € und ankommen werden 10€. Das wäre der größte Reinfall. Einen Wert für die Realwelt kann ein Crypto nur bei Preisstabilität haben. Diese Coins gibt es. Aber im Grunde werden die nur zum Zocken und Zwischenparken von anderen Cryptos genutzt. Ressourcenverschwendung. Ebenso der Tausch einer Realwährung in Crypto und dann wieder zurück, ist zu teuer. Ist der Transport eines reines Cryptos günstiger als eine Auslandsüberweisung in Realweltwährung, könnte man es sich überlegen. Aber da die Einsatzmöglichkeit des Cryptos in der Realwelt nicht gegeben ist, muss man ihn wieder tauschen. Und hier wird es dann in der Regel teurer. Also ein schlechtes Geschäft.

Wenn es für die einzelnen Cryptos Apps und ein eigenes Ecosystem gibt, dann besteht es in der Regel aus vier Kategorien: Cryptotauschbörsen, Wallets, Spiele und Casinos. Tauschbörsen und Wallets gibt es zu Hauf. Da muss nicht immer etwas Neues kommen. Der Rest ist Gedöhns. Zeitverschwendung. Geldverschwendung.

Cryptopia. Binance, Bithumb, Coinbene und Gatehub waren die größten Hacks 2019 gegen Tauschbörsen. Millionen Verluste. Als ich 2017 geschrieben habe, bin ich auch Nutzer von Gatehub geworden. Mein Konto kann seit dem auch nicht mehr von mir genutzt werden. Ich komme nicht mal mehr rein. Jemand anderes sicher. Und handelt dann in meinem Namen. Der Support kann nicht helfen. Ich konnte froh sein, dass sich der Verlust nur etwa im zweistelligen Eurobereich befunden hat. Diese Tauschbörsen sind schlechter abgesichert als Webseiten und Onlinebörsen von Banken. Eben ein nicht regulierter Markt.

Wenn man sich auf so ein Spiel einlässt, dann sollte man auf dezentrale – vielleicht deutsche oder europäische Anbieter – setzen. Meine Experimente sind sehr sehr sehr sehr sehr gering seit 2017. Es gibt einfach kaum Einsatzmöglichkeiten. Cryptos, die es über das Zocken nicht hinaus geschafft haben, werden langfristig sterben. Das wäre auch wünschenswert, denn dann könnte es den Fokus auf mehr Einsatzmöglichkeiten in der Realwelt lenken

 

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