2019, Blog

Das Pädophilenproblem der Internetkonzerne (Update)

Im März 2019 machte der Youtuber Matt Watson Schlagzeile als er in einem Youtubevideo darstellte wie Pädophile legale Videos nutzen, um sich anzuheizen. Daraufhin stoppten oder verringerten Konzerne Werbemaßnahmen auf der Plattform. Youtube selbst löschte über 400 Kanäle und Millionen von Kommentare.

Doch dadurch ist das Problem nicht gelöst. Es ist nur ein Teil angegangen worden. Gehen wir einfach mal von Youtube weg und widmen uns anderen Oberflächen, denn der Zugriff auf Daten von Kindern ist auf andere Art vollkommen frei nutzbar. Nach dem Watson-Video wollte ich wissen, ob noch mehr geht. Und es geht. Weder der TOR-Browser, noch andere dunklen Ecken im Internet müssen dafür angesurft werden.

Und um es gleich vorab zu sagen: Die Daten stehen in der Regel freiwillig veröffentlicht zur Verfügung. Die Gefahren daraus werden jedoch unterschätzt.

Wie kann man an Bilder kommen, die bestimmten Personengruppen für eigene Gelüste und vielleicht schlimmer nutzen könnten?

Das ist einfach. Man ruft schlicht die Webseiten der großen Suchmaschinen auf. Ihr kennt Sie alle: Google, Bing, Startpage oder DuckDuckGo. Unsere liebsten Suchmaschinen. Entweder wir suchen uns bereits vorher den Reiter Bilder (Pictures, Images etc.) aus, oder klicken nach dem Ausführen der Suche darauf. Das Ergebnis ist dann mehr als eindeutig. Ein Paradies für Liebhaber kleiner Kinder.

GOOGLE (Bildersuche direkt)

DUCKDUCKGO (Suchmaschine direkt. Nach der Suche Reiter Bilder aussuchen.)

BING von Microsoft (Direkt zur Bildersuche)

STARTPAGE (Direkt zur Bildersuche)

Wir spielen jetzt nur ein in der Wortwahl relativ harmloses Beispiel durch und geben folgende Wörter in die Suchmasken ein:

girl small young (Deutsch: Mädchen, Klein, Jung)

In allen Ergebnissen möchte man als Eltern seine Kinder nicht erblicken wollen, denn die ganze Welt kann sie sehen.

Natürlich kommen Fotos aus verschiedenen Kategorien: Models, Stars und private Bilder. Alles gemischt. Die Bilder der abgebildeten Personen sind nicht geschützt vor Missbrauch. Eindeutige Posen, sexy Outfits, Schnappschüsse. Katalogfotos von alibaba.com, private Webseiten oder eben soziale Netzwerke. Wer ein Foto anklickt, kommt auch auf eine Webseiten – auch Familienseiten -, gelangt auf soziale Netzwerke und damit an reale Menschen, mit ihren Namen, ihrer Herkunft, dem Wohnort und vielleicht noch mehr Daten. So ist das Internet. Auch, weil viele Nutzer mit Ihren Daten schlicht falsch umgehen. Die Suche auf andere Länder zu begrenzen, bringt wieder neue Ergebnisse.

Auf Google waren direkte Wortkombinationen die sexuelle Handlungen darstellen, scheinbar gesperrt. Ein bisschen scheint man aus der Vergangenheit gelernt zu haben. Auch die Ergebnisse in dem Test sind im Vergleich zu den anderen Suchmaschinen begrenzter, aber nicht weniger kritikwürdig. Anders bei DuckDuckGo, BING oder Startpage. Mehr Bilder. Mehr Auswahl. Ein Paradies für Liebhaber von Neigungen, die wir gesellschaftlich zu Recht nicht tolerieren dürfen. Aber viele Menschen füttern diese Interessen unbewusst an.

Wenn wir uns über pädophile Kommentare bei Youtube aufregen, dann sollten wir es auch bei der unendlich großen Anzahl an Bildern tun, auf die wir alle ungeschützt Zugriff haben. Außer wir akzeptieren als Gesellschaft, dass es diesen Datenschatz gibt. Einschreiten tun wir aber nur, wenn ihn jemand gut findet (Bsp. Kommentar bei Youtube).

Diese Frage sollten wir beantworten.

Wer die Möglichkeit hat auf seinem Firewall bzw. Router oder durch spezielle Software die Sichere Suche zu aktivieren oder direkt einen Jugendschutzfilter eingeschaltet hat, kann darauf hoffen, dass kein Nutzer im eigenen Netzwerk derartige Suchen ausführen kann. Das Problem ist nicht unbekannt.

Aber alle Nutzer sind in der Pflicht private Bilder, die missbraucht werden können, nicht online zu stellen. Ob kommerzielle Webseiten wie Kataloge oder Shoppingseiten ihre Bilder freigeben für Bildersuche, müssen diese entscheiden. Sinnvoll und notwendig ist es aber nicht. Für Privatpersonen so oder so nicht. Oder würdet Ihr jeder Person auf der Straße Bilder Eurer Familie in Badekleidung zeigen? Oder sogar nackt? Sicher nicht.

Webseitenbetreiber können in der robots.txt Datei im Root-Verzeichnis bspw. eintragen:

User-Agent: Googlebot-Image
Disallow: /

Google würde hiermit keine Bilder mehr in seine Suche aufnehmen.

Grundsätzlich gehören derartige Bilder gar nicht erst ins Netz.

Die Suchmaschinen bieten natürlich auch Videosuche an.

Andere Wortkombinationen, vor denen jeder normale Mensch möglicherweise aus Angst zurückschrecken würde, können ebenfalls zu Ergebnissen führen, bei denen man überlegen muss, ob die Betreiber der Suchmaschinen nicht bereits Recht brechen. Mindestens die Bildersuche in den Suchmaschinen kann eigentlich nur ab 18 Jahren genutzt werden.

 

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