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Der Buchspion

Ich habe mir vor fast zwei Jahren ein ebook gekauft. Den Onlineshop weiß ich nicht mehr. Es war aber nicht Amazon. Das Angebot umfasste eine einfache PDF-Datei. In der Artikelbeschreibung und auch später im Warenkorb fehlte jedoch eine Information. Aufgrund dieser fehlende Information habe ich am Ende mein Geld wiederbekommen, obwohl der Onlineshop eine Rückgabe in seinen Geschäftsbedingungen ausgeschlossen hat.

Es war? Richtig: Um das PDF lesen zu können, hätte ich nämlich diese Adobe Digital Edition installieren müssen. Natürlich kostenlos. Das Problem war nur: Ich hatte damals keinen Bock denen die Daten zu geben, die sie schon damals gesammelt haben. Das steht ja in diesen ganzen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen. Auch damals stand da drin, was der gesunde Menschenverstand ablehnen sollte und momentan Schlagzeilen macht. Manchmal glaube ich, dass wirklich nur ich Datenschutzbestimmungen lese! Diese Kritik an der Adobesoftware hätte schon seit Jahren aufkeimen müssen. Nun, damals wollte ich dem eben auch nicht zustimmen! Die Software habe ich nicht installiert! Damit konnte ich natürlich auch das Buch nicht lesen. Die Begründung war aber hervorragend, um die Kohle wieder einstreichen zu können.

Heute habe ich mir mal einige Onlinebuchhändler angeguckt. Und vielleicht wäre es mal eine tolle Idee Massen an ebooks zu kaufen. Also nur so viel, wie Ihr bezahlen wollt, falls meine Idee für Euch interessant ist, aber trotzdem schief geht! Wenn Ihr vom Kauf des Buches bis zum Bezahlvorgang nicht einmal darauf hingewiesen werdet, dass Ihr Software installieren müsst, um das Ding zu lesen, könntet Ihr es mir nachmachen. Nach dem Kauf schreibt Ihr dann dem Support, dass Ihr nicht darauf hingewiesen wurdet und Euer Geld gerne zurück erhalten möchtet, weil Ihr Euch den Spion nicht installieren wollt. Ihr bestätigt das digitale Produkt nach Rückerstattung vollständig zu tilgen.

Warum? Irgendwie müssen die Verlage doch die Botschaft erhalten, dass uns diese Politik nicht gefällt. Also mindestens mir gefällt sie nicht! Vor allem ist Adobe ein amerikanisches Unternehmen. (Latenter Antiamerikanismus-Troll.) Und seien wir ehrlich: Datenschutz in den USA gibt es nicht! Und das Safe Harbor Abkommen ist für den Müll! Warum soll ich für den Kauf eines bspw. deutschen Buches, eines deutschen Verlages, eines deutschen Autoren, Daten in die USA senden? Haben die Verlage nicht alle Tauben auf der Stange?

Seit diesem Kauf habe ich mir kein ebook mehr zugelegt bei dem ich zusätzliche Software nutzen muss. Kleine Verlage, die das bspw. mit Wasserzeichen lösen und fern ab des Mainstreams Themen und Autoren anbieten, haben oft richtig gute Sachen im Angebot. Und den Verlagen bei denen ich gekauft habe, kann ich versichern, dass die Dateien meinen Einflussbereich nicht verlassen haben. Ich habe sie ja immerhin bezahlt. Kauft keine DRM-geschützten ebooks! Wenn Euer Buchwunsch nur so zu erhalten ist, kauft das Hard- oder Softpaper. Das Ding könnt Ihr dann auch weitergeben, ausleihen und/oder verschenken, ohne, dass Euch eine Software aus den USA trackt.

Das digitale Zeitalter hat die Privatkopie von Musik- und Filmdateien am Ende akzeptiert, Urheber über die Geräte- und Leermedienabgabe zusätzlich entschädigt und egal wie viele Gerichtsverfahren kommen werden, auch die Buchkopie wird am Ende einer langen Kette nervender Prozesse legal sein und die DRM-Lösung in die ewigen digitalen Jagdgründe eingehen. Davon bin ich überzeugt!

 

PS: Wenn Ihr Euer Geld nicht zurück erhaltet, könnt Ihr von mir keinen Schadensersatz verlangen, da Ihr Euch des Risikos bewusst sein müsst, dass Euer Rückgabeantrag abgelehnt werden kann. 🙂

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