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Der Schlüssel in den Wolken

Für die Nutzer des Office 365 Home und später auch Nutzer der Pro-Version will Microsoft die OneDrive-Cloud bzw. den OneDrive-Speicher unbegrenzt zur Verfügung stellen. Ein Krieg um Marktanteile in der Cloud. Das wird andere Anbieter natürlich unter Druck setzen ihre Festplatten auch kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Jetzt gibt es gerade einen netten Beitrag in Englisch zum Thema. Einmal ist OneDrive (ehemals SkyDrive) seit 2013 in das PRISM-Programm eingebunden. Die US-Dienste lesen also alles mit.

the key in the cloud

Zum Zweiten gibt es eine nette Funktion, die auch ich nicht kannte: Für OneDrive-Nutzer wird automatisch ein Backup des Verschüsselungskeys von Bitlocker in der Cloud abgelegt.

Bitlocker arbeitet automatisch und sobald jemand bei einer frischen Installation eine Administratorkennung genutzt hat, wahrscheinlich bei einer Installation, die mit einem Onlinekonto verknüpft wurde, wird eine Kopie des Schlüssels in die Cloud geladen. Hier der Beitrag bei Microsoft.

Das Ganze gilt auch für Windows RT, also Smartphones. Da fing es wohl an!

Hier findet Ihr im Text noch der Hinweis über das automatische Speichern in der Cloud.

Und hier einfach mal auf “How can I get my BitLocker recovery key?” klicken und den Hinweis auf den Key in der Cloud in sich aufnehmen.

Wer sein OneDrive-Konto also irgendwie loswerden will, der kann hier ein bisschen lesen.

Bei der Installation von Windows 8 aufwärts kann man aber auch einfach ohne Onlinekonto installieren. Das sollte kein Problem sein. Nur die Cloudfunktion wird dann nicht sehr attraktiv genutzt werden können. 😉

Grundsätzlich ist die Sache mit dem Key natürlich für das Prinzip von Microsoft sinnvoll. Man kann sich an jedem onlinefähigen Windows 8 (aufwärts) PC anmelden und bekommt gleich seinen Ver/Entschlüsselungs-Key gereicht. Aber ob das wirklich was mit Sicherheit zu tun hat? Soviel Vertrauen kann es wohl erstmal nicht mehr geben.

Der Marketingschritt mit OneDrive für Home-User ist natürlich klug. Nichts ist schlimmer als Privatnutzer, die Ihren ganzen unsicheren Scheiß auch gerne auf Arbeit nutzen wollen. Warum meint Ihr wohl klappt das mit der LinuxUmstellung in manchen Verwaltungen nicht? Weil die Leute an andere Dinge gewöhnt sind und Veränderungen hassen. Und wenn ich dann noch an BYOD denke, wird mir ja so richtig übel. Das Einfallstor hat Microsoft geöffnet. Erst Home-Nutzer, dann die Profis aus den Unternehmen. Perfekt für Geheimdienste und Wirtschaftsspionage.

In der Cloud, das wissen wir seit Snowden, wird auch geklaut.

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