2017, Blog

Die Cryptomessengerwelle

Seit ich mich mit den Cryptos beschäftige vergeht kein Tag ohne to the moon Geschnacksel in einigen Chats. Der Wunsch der Holder, dass die eigenen Cryptos durch die Decke gehen. Und dann kamen noch die Messenger.

In den letzten vier Wochen kam heraus, dass die Macher des Cryptos NEM/XEM mit dem chinesischen WeChat-Hersteller kooperieren wollen. Ein Blockchaincrypto innerhalb eines Messengers. Genial. Wie geil ist das denn. ūüėČ Millionen Anwender, Kunden und Cryptohalter auf einen Schlag. Der NEM/XEM stieg dann in astronomische H√∂he, gemessen an dem vorherigen Dasein.

Dieser Coup war so genial, dass andere Player nicht auf sich warten ließen.

Die Verantwortlichen hinter SIGNAL k√ľndigten ebenfalls eine Initiative an. Der MobileCoin war geboren. Schnell eine Webseite, eine Idee. Fertig ist die Schlagzeile. Warum auch nicht? Ein Messenger zur verschl√ľsselten Kommunikation, der noch nicht einmal wichtige Meta-Daten produziert?

Und schon war Telegram an der Reihe. Die Macher hinter Telegram, dem Messenger der wohl am beliebtesten ist bei Cryptojunkies – to the moon – wollen ebenfalls in die Blockchain einsteigen. Yeah.

V√∂llig untergegangen ist dabei die Tatsache, dass die Macher hinter dem Messenger kik bereits viel weiter sind. Die hatten bereits ein ICO mit gro√üen Erfolg und die Cryptow√§hrung KIN kann bereits bezogen werden. Zum Spottpreis, wie ich anmerken will. Das f√ľhrt dann zu Chats die etwa so ablaufen: TO THE MOON.

Als jemand in einer Gruppe entt√§uscht war, dass er immer noch kein Million√§r ist (nach ca. einem halben Jahr) und seine KINs verkauft und Kowa die Frechheit besa√ü Cry baby cry zu schreiben, wurde ich glatt gedisst. “Das war doch jetzt n√∂tig.” “Sowas sagen wir nicht.” Voll geil. Voll mitf√ľhlend.

Meine gro√üe Angst ist jetzt nur, dass Facebook auch noch kommt. Facebook selbst, Instagram, WhatsApp … Finanziellen Background h√§tten die Jungs tats√§chlich genug. Da w√§re noch nicht einmal ein ICO notwendig.

Schade, dass auch bei diesen Initiativen nur die Gier im Mittelpunkt steht. Ein plattform√ľbergreifender Cryptotoken w√§re doch mal ne geile Sache. Aber wer gibt schon gerne ab?

Die Blockchain ist so angesagt, dass sich der Wert eines Eisteeherstellers verdreifacht hat, nachdem der bekannt gab, dass der eigene Firmenname jetzt was mit Blockchain zu tun hat.

Es wird also Zeit, dass wir morgens beim Blockchainb√§cker um die Ecke unsere Blockchainbr√∂tchen holen, noch eben schnell an der Tankstellenblockchain tanken, in die Blockchainwaschanlage fahren, zum Supermarkt Blockchain & Partner d√ľsen, um einzukaufen und vielleicht am Ende noch ein paar Cryptos beim Blockchainfris√∂r erwerben, in der Hoffnung, dass die Frisurenschnippeleien dank Wertsteigerung des HairCoin bald g√ľnstiger zu haben sind. Wenn dann noch die eigene Lokalzeitung ank√ľndigen w√ľrde in Zukunft nur noch Zeitungen gegen Coins und innerhalb der Blockchain selbst zu publizieren, dann wird endlich alles gut und Angela Merkel bleibt unbemerkt Kanzlerin.

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