2018, Blog

Die Sache mit dem WLAN

Urlaub ist schoen. Endlich frei. Eine Weile jedenfalls. Keine Hektik. Vor allem nicht in Afrika. Doch so ganz kann man sich nicht verabschieden. Kontakte will man trotzdem pflegen. Freunde. Familie. Und dafuer benoetigt man mindestens WiFi, wenn man nicht durch teure Roamingkosten aufgefressen werden will.

Wenn man nun in Deutschland startet und absichtlich auf eine SimKarte verzichtet, da man sie am Zielort eh nicht nutzen will, muss man natuerlich auf oeffentliche WLAN-Angebote hoffen. Mit dem Taxi zum Flughafen ist morgens nicht schwierig und offline zu sein nicht schlimm.

Am Flughafen Hamburg angekommen, muss man noch etwas warten mit dem Einchecken und koennte ja die Verwandtschaft informieren. Also ins WLAN am Flughafen. Die Gateway-Seite verspricht eine Stunde freies WLAN. Mit Anmeldung natuerlich problemlose Nutzung bei jedem Besuch. Zwei Smartphones und ein Tablet spaeter: Nichts. Keine kostenlose Stunde. Die Anmeldung muss man noch per E-Mail-Link bestaetigen. Pech nur, dass man dafuer Internetzugang benoetigt. Also rein in den Flieger nach London.

Eine Stunde spaeter in London sind 30 Minuten im WLAN frei. Reicht aus. Alles gut. Problemlos ohne Anmeldung. Zwar etwas schwach, aber ging. Also ab in den naechsten Flieger nach Nairobi. An Bord gibt es kein WLAN. Ist auch nicht wichtig. Schlafen, Fernsehgucken, Essen und trinken.

Nach der Landung in Nairobi geht es erstmal in einen Transitbus vom Flugzeug zum Terminal. Bereits im Bus offenes kostenloses Wifi. Im Terminal, wenn man kleine Kinder dabei hat, wird man gleich zum Diplomateneingang geschickt. Geht schneller. Mit dem vorher beantragten E-Visa ist man in wenigen Minuten drin. Auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen, aber wir kommen ueberall rein. Afrikanern wird der Zugang in europaeischen Laendern verwehrt oder massiv erschwert. Und ich kenne mittlerweile einige Kenyaner, die gerne mal schnell nur Urlaub in Europa machen wuerden. Der Aufwand und die Bearbeitungsdauer hat sie diese Plaene aber vergessen lassen. Auch das ist ein hier wahrgenommener Unterdrueckungsmechanismus.

Bei der Gepaeckabholung gibt es auch freies WLAN. Aber keine Zeit zum nutzen. Ist eher gedacht fuer das wartende Publikum und die Angestellten.

Unsere Abholung hatte natuerlich wie gebeten SIM-Karten mit Internetzugang. Fuer eine Woche 500 MB, 100 Minuten labern, kostenlos labern im gleichen Netz, 500 SMS fuer umgerechnet ca. 4 Euro. Guter Preis, oder? Es gibt dann noch mehr Moeglichkeiten, aber die wuerden Euch nur neidisch machen. Wir lassen uns in Deutschland ja lieber ausnehmen.

Wenn man dann die Tage durch die Stadt zieht, sind ueberall kostenlose WLANs. Unser Begleiter meinte ich benoetige gar kein Bundle wegen den Wifis, aber ich bin da lieber unabhaengig. Nicht alles ist naemlich gut. Etwa 60% der WLAN-Netze nutzen derartig grottige Hardware und Software, dass aktuelle Smartphones und Tablet den Zugang verweigern. Gatewayseiten werden bereits geblockt. Browser versagen auch den Dienst. Man muss also ein wenig suchen welches WLAN laeuft. Da in der Regel alles ueber 4G-Netze funkt, sind VPN-Tunnel kein Problem. Die schlimmsten Netze befinden sich bemerkenswerter Weise in den neuesten westlich orientierten Shoppingmalls. Dort, wo man kaum Kunden antrifft, weil europaeische Preise hier voellig bescheuert sind. Die einheimische Bevoelkerung hat mit schlechten WLANs aber keine Probleme. Grottige Chinasmartphones und Android 4 und Android 5 lassen einfach alles zu.

Der wirkliche Trubel und Handel findet auch der Preise wegen auf der Strasse statt. Bezahlt wird nicht mehr bar, sondern per Handy. Mit MPESA, Airtel Money und T-Cash. Bezahlabwicklung wird per USSD-Code erledigt. Die Nutzung ist kostenfrei. Wer die Kohle bar abholen will, muss zahlen.