2016, Blog

FAKENEWS

Was verdammt sind FakeNews? Das englische Wort Fake bedeutet Fälschung. News bedeutet Nachrichten. Also Gefälschte Nachrichten. Prominentestes Opfer ist Renate Künast, die einer ihr in den Mund gelegten Äußerung öffentlich widersprochen und bereits Strafanzeige gestellt hat, um der Verleumdung ihrer Person entegegen zu arbeiten. Hätte Sie etwas anderes tun können? Schlicht: Nein!

Ich hatte das Thema bereits letzte Woche in einem Beitrag aufbereitet, um wieder genüsslich die SPD als Opfer auszunutzen. Eine reisserische Überschrift, ein bösartiger Anrisstext und schon kann die Arbeit losgehen. Ob der Artikel dann bösartig oder oberflächlich ist, spielt keine Rolle. Hauptsache Schlagzeile!

Mit der Schlagzeile beginnt jetzt die Arbeit in den sozialen Netzwerken. Teilen, Liken und selber Posten! Die Freunde machen mit, die Anhänger machen mit und mit etwas Geld kann man eine ordentliche #Hashtag-Kampagne starten. Social-Media-Marketing! Minute für Minute, Stunde für Stunde, Tag für Tag. So lange bis auch die regulären Medien die Themen aufgreifen. Eine gefälschte Nachricht, die in aller Munde ist. Eine gefälschte Nachricht, die Staaten destabilisieren und Menschen sogar töten kann. Oder erinnert man sich noch an die Massenvernichtungswaffen im Irak? Nein? Die Angehörigen der Opfer im Irak durch die Armee der Lüge erinnern sich noch heute. Dort waren es staatlich organisierte Lügen. Kriege beginnen immer mit einer Lüge. Im Fall von Künast angebliche Widerständler. Wogegen auch immer?! Bei Trump war es ein mazedonisches Dorf, dass die Lüge zum Geschäftsmodell gemacht und Geld verdient hat. Mit Werbung auf ihren FakeNews-Webseiten. Wer also FakeNews bekämpfen will, möchte die Lüge an sich bekämpfen. Mehr Wahrheit wagen! Grundsätzlich sehr ehrenhaft. Aber geht das?

Nein!

Menschen lügen immer. Sie haben immer gelogen und sie werden immer lügen. Lügen sind stellenweise Selbstschutz, Absicht oder Geschäftsmodell. Die Werbeindustrie lebt davon! Kinder lügen und lernen so Skills, die fürs eigene Leben notwendig sind: Emotionale Intelligenz, sprachliche Wendigkeit, kreative Geschichten und irgendwann die Erkenntnis zwischen Wahrheitheit und Unwahrheit zu unterscheiden. Damit sollten wir alle die Fähigkeit besitzen FakeNews zu erkennen. Wir waren mal Kinder und haben mittlerweile viel mehr auf dem Kasten. Das kann zwar ab und zu schwer fallen, aber mit dem Heranziehen anderer Quellen und eigener Recherche kann jeder Mensch im Informationszeitalter alle Themen prüfen. Natürlich ist es aufwendig und zeitintensiv und völlig anders als noch vor 25 Jahren, als die Tagesschau und Tageszeitung der vertrauensvolle Partner auf der Suche nach der Wahrheit waren. Aber: Es ist möglich. Und eigentlich ist es auch notwendig. Denn Journalisten waren vor 25 Jahren Menschen und sind es heute noch. Und jeder Journalist vermischt grundsätzlich auch seine Meinung mit Themen, die er abarbeitet. Das gehört dazu! Das hat der Berufsstand schon immer getan und wird es immer tun. Die Bekanntesten von ihnen schreiben in den nationalen Zeitungen oder sind im Radio oder Fernsehen zu sehen. Die Journalisten der WELT haben eine andere Schule als die Journalisten der JUNGEn WELT. Heute mischen sich noch Blogger ein und der normale Pöbel von der Straße, dessen Meinung sonst nur 10 Minuten zwischen zwei Straßenlaternen wahrgenommen wurde und nun zum Trendsetter in sozialen Netzwerken werden kann. Zeiten ändern sich. Strategien ändern sich. Alles muss sich ändern. Alles ist in Bewegung!

Wenn jetzt Politiker fordern, dass FakeNews bestraft werden müssen, dann wollen sie die Lüge bestrafen. Schlecht, dass der Wahlkampf für die Bundestagswahl 2017 vor der Tür steht. Und Politik ist nun auch mal eine gewisse Form von Krieg. Und im Krieg wird gelogen! Gelogen! Und gelogen!

Wahlversprechen sind bei Parteien, die die Möglichkeit zur Regierungsbildung erhalten, kaum einen Cent wert. Rückblickend werden sie immer wieder korrigiert. Sie werden zur Lüge. Wenn jetzt Unionspolitiker verschärfte Gesetze fordern, um gegen Lügennachrichten vorzugehen, wollen sie ihre eigenen KollegInnen opfern? Ehrlich?

Und viel wichtiger: Wer entscheidet was eine Lüge ist? Die Regierung? Soll es ein Wahrheitsministerium geben wie in Orwells 1984? Wie sehen die Strafen aus? Soll es Berufsverbote geben? Geldstrafen? Gefängnis? Wenn der Ursprung der Nachrichten nicht ermittelt oder ausgeschaltet werden kann, führen wir dann eine umfassende Zensur ein? Oder bestrafen wir die Leser und Zuhörer? Die Follower und Like-Klicker? Politiker der alten bundesrepublikanischen Parteien sind überfordert. Statt ihre Möglichkeiten zu nutzen, um gegen Verleumdung vorzugehen oder einfach mal eine bessere am Menschen orientierte Politik zu machen, starten sie Pseudodebatten über FakeNews. Dabei produzieren sie selbst seit Jahrzehnten Lügen auf deren ihre politischen Karrieren aufbauen. Wer Interesse an der Geschichte des Emsland hat, kann hier nachlesen wie sich die nationalsozialistische Herrschaft im Emsland durchsetzte: Der Weg in die Diktatur! Heute richtet sich der Fokus auf soziale Netzwerke, wenn es um FakeNews geht. Der nächste Schritt sind die Zeitungen und andere Medien. Es wäre also Vorsicht geboten, Forderungen nach schärferen Gesetzen zu folgen. Alles hat Konsequenzen!

Das Vorgehen von Frau Künast ist für sie persönlich das Einzige was möglich ist. Öffentlich widersprechen und mit juristischen Mitteln zurückschlagen. Wenn Lügenkampagnen Organisationen betreffen, dann bleibt diesen Organisationen nur wenig übrig: Gegenkampagne! Aufklärungskampagne! Gegebenenfalls juristische Schritte! Das wird Personal und Geld kosten, aber so ist der Lauf der Dinge.

Aber es gibt noch etwas Wichtigeres: Statt Putin oder russischen Hackern die Schuld an einer möglichen Niederlage bei der Bundestagswahl zu geben und das bereits gute 9 Monate vor der Wahl, ist auch der Unwille sich mit seinem eigenen politischen Versagen auseinandersetzen zu wollen ein Problem. Es sind eben nicht immer andere Personen Schuld. Manchmal ist man auch selbst der Auslöser einer Entwicklung! Ob diese Entwicklung dann fair ist oder nicht, spielt erstmal keine Rolle. Da hilft dann nur Erkenntnis, Reflexion und die Änderung der eigenen Politik. Ansonsten holen uns die eigenen Fehler ein.

FakeNews sind tatsächlich ein Problem. Sie sind mit Blick auf politische Absichten und Versprechen der Vergangenheit der Grund für den Groll der sich seine Bahn heute oder morgen brechen kann. Nicht mit der Wahrheit. Die interessiert die wenigsten Leute! Der Groll von heute erobert seine Hoheit auch nur mit einer Lüge. Fortsetzung folgt!

 

Link nach Extern: http://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/buxtehude/politik/fake-news-…

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