2013, Blog

#redtube #abmahnung Gerichtsbeschlüsse und Kleinigkeiten

Wie sicherlich alle Interessierten bereits mitbekommen haben, sind die Macher der redtube-Plattform selbst aktiv geworden. Mit einer Einstweiligen Verfügung wurde der THE ARCHIVE AG am 19.12.2013 untersagt weitere Abmahnungen in Bezug auf Redtube zu versenden. Das entsprechende Schriftstück sollte die Schweiz demnächst erreicht haben. Da ARCHIVE von U+C vertreten wird, kann man aber davon ausgehen, dass die Nachricht ihren Empfänger bereits erreicht hat. Dass unsere Schweizer Freunde gegen die Einstweilige Verfügung vorgegangen sind, oder es noch wollen, ist bisher nicht bekannt. Ich gehe davon aus, dass sie das nicht tun werden.
In den vergangenen Wochen konnten wir lesen, dass die Abmahner auch Nutzer anderer Streamingportale ins Visier nehmen wollen. Hier greift der Gerichtsbeschluss dann natürlicht nicht.

Der Videokanal von WILDE BEUGER SOLMECKE hält dazu einen neuen Videobeitrag bereit.

In dem Zusammenhang weise ich mal auf einen Tipp durch einen Leser hin, dass bspw. ähnlich wie die Vertipperdomain retdube.net (registriert am 21.07.2013) auch im Juli die Vertipperdomain yuotube.mobi (registriert am 15.07.2013), wie immer anonym über eine Adresse in Panama, gesichert wurde. Wäre sicher interessant, ob die Abmahner wirklich dahinterstecken könnten und den Mut besitzen sich mit Google anzulegen. Falls jemand diese Recherche nachvollziehen möchte einfach mal Folgendes tun: Eingabeaufforderung (cmd.exe) öffnen dann ping yuotube.mobi eingeben und die IP-Adresse 192.31.186.31 herausfinden. Danach einfach den Befehl ping www.retdube.net oder nur retdube.net eingeben und die IP-Adresse 192.31.186.27 und 192.31.186.35 herausfinden und somit feststellen, dass beide Domains im selben Range liegen. Der IP-Adressbereich gehört Black Lotus Communication. Das können wir feststellen, wenn wir die IP-Adressen bei http://www.find-ip-address.org/ prüfen. Beim Registrar für yuotube.mobi können wir auf namecheap.com schließen. Hierfür pingen wir erneut aber so: ping www.yuotube.mobi.  Die Domain yuotube.mobi führt woanders hin als www.yuotube.mobi. Die Domain www.yuotube.mobi führt zu einer Parkingseite von namecheap. Wer Lust hat mehr zu recherchieren, kann das gerne tun und mich informieren. Unter http://ipneighbour.com können die 3 IP-Adressen eingegeben werden und mal kontrolliert werden, was sich noch alles unter den IPs abrufen lässt.

pingerneut

So, jetzt aber genug mit der Einführung in Onlinerecherchen und weiter mit den Gerichtsbeschlüssen.

Was kaum bekannt war und irgendwie auch in der Berichterstattung unterging, ist die zweite Einstweilige Verfügung. Diesmal gegen die Anwaltskanzlei U+C. Die Redtube-Vertreter (Licensing IP International SARL ) hatten den gleichen Antrag gegen die Anwaltskanzlei gestellt. Dieser Antrag wurde jedoch am 19.12.2013 abgelehnt. Begründet wurde die erfolgte Ablehnung damit, dass die Anwaltskanzlei nur als Beauftragter der Schweizer AG auftritt und nicht für Werbeverluste auf redtube verantwortlich gemacht werden kann. U+C feierten diesen Erfolg am 23.12.2013 zwar mit einer Pressemitteilung auf ihrer eigenen Webseite, hatten aber vergessen die Niederlage ihres Schweizer Mandanten im Abmahnfall zu erwähnen. Deshalb hier und nochmal zur Erinnerung: Ist der Beschluss offiziell in der Schweiz angekommen und die Jungs gehen nicht erfolgreich gegen den Gerichtsbeschluss vor, dürfen keine redtube-Abmahnungen in Bezug auf Videos denen man einen Copyrightverstoß nicht ansieht mehr versendet werden. Gehen wir mal arrogant wie wir sind davon aus, dass das so bleibt. Sollten die Abmahner bereits Geld für geplante redtube-Abmahnrunden mit Nutzern anderer Provider ausgegeben haben, die jetzt nicht mehr stattfinden können, so können sie die Verluste behalten. *smile*
Was aber noch schnuckliger ist, ist eine Bemerkung die im Beschluss des Landgerichtes Hamburg stehen soll, Zitat BILD: Die bereits ausgesprochenen Abmahnungen sind laut Beschluss des Landgerichts Hamburg unzulässig. Es sei für die Nutzer von Redtube nicht klar erkennbar gewesen, dass der fragliche Film urheberrechtlich geschützt war. Darauf kann man sich doch mal berufen! Bis ich den Beschluss vorliegen habe, belasse ich es bei einem Zitat und der Hoffnung, dass das stimmt, da ich BILD nicht wirklich vertraue. Wer das Stück Papier hat: Bitte zusenden! 🙂

Nachdem die Verträge über die Rechtekette, die als Anlage dem LG Köln vorgelegt wurden, nun öffentlich sich, gab es einige Spekulationen hauptsächlich im heise-Forum, ob die Unterschriften auf den Verträgen aufgrund von einigen Ähnlichkeiten bei einigen Buchstaben möglicherweise von der selben Person unterschrieben worden sind. Ich bin da mal zurückhaltender und habe von diesen Vermutungen nicht viel gehalten, weil ich das gar nicht beweisen könnte. Ein Polizeibeamter, der sich beruflich mit Urkundenfälschung beschäftigen muss, hat sich bei mir privat auf einen Tweet gemeldet und mir mitgeteilt, dass er nach Sichtung der Dokumente ausschließt, dass nur eine Person die Verträge unterschrieben hat. Die Unterschriften könnten in Ordnung sein. Deshalb bitte keine Hinweise mehr per eMail, die dieses Unterschriftenthema aufgreifen. Dem gehe ich nicht nach. Da bin ich auch der falsche Ansprechpartner. Danke @Polizist.

In Bezug auf Schadensersatzforderungen von Nutzern, die bereits gezahlt haben, oder die sich anwaltlichen Beistand gesucht haben, sollte weiterhin alles daran gesetzt werden das Thema Schadensersatz oder Kostenersatz nicht zu den Akten zu legen. Im Gegenteil! Das Thema muss wieder verstärkt in die Öffentlichkeit getragen werden und weit gestreut werden. Dabei geht es nicht nur um diesen Fall. Auch andere Abmahnrunden in Deutschland sind nicht immer sauber gewesen. Es ist wichtig, dass sich am Ende dieses Prozesses andere Abmahner nicht mehr sicher sein dürfen ungeschoren davon zu kommen. Es geht nicht nur um den redtube-Fall! Die eidesstattliche Erklärung, sowie der Antrag des Berliner Anwaltes sind angreifbar! Beide Mitspieler sind nach meiner Einschätzung die wohl schwächsten Glieder der Kette. Sollten zukünftige Ermittlungen in Bezug auf die Angaben in dem Antrag beim LG Köln definitiv falsch sein, so bleiben diese beiden Parteien als juristisches Angriffsziel eine Option. Ich halte es auch für Ressourcenverschwendung andere Ermittlungen anzustellen. Die Anträge vor Gericht und die Eidesstattliche Erklärung und andere Anlagen sind von deutschen Staatsbürgern verfasst. Diese Leute kann man kriegen! Schweiz, USA, Panama – Das sind nur Hinweise und Indizien, dass hier was nicht stimmt. Die Ermittlungsbehörden werden hier eher NICHT tätig. Das Ausland ist schlicht nicht erreichbar. Es wird auch niemanden geben, der die Klagewege in diesen Staaten beschreiten wird. Der Streitwert ist viel zu gering. Deshalb sollten sich alle Hobbyermittler, Journalisten und Anwälte auch nur auf den Inhalt der Anträge beim LG Köln stürzen. Sollte mehr hinter der Abmahnwelle stecken, kann man es nur über die beiden genannten Parteien herausfinden. Außer es gibt noch woanders eine Quelle. Auch an den Spekulationen rund um die Filmverwertungskette beteilige ich mich erstmal nicht, außer, dass ich glaube hier wichtige Hinweise finden zu können, auch um die Glaubwürdigkeit der Abmahnindustrie weiter zu schwächen. Die größte Schwachstelle in der Kette ist hier Hausner, aber dafür fehlen noch Infos. Hoffe die kommen bald. Mit ordentlich Druck und guter Argumentation sollte es möglich sein in guter Hollywoodmanier ein Singvögelchen zu überreden die Hintergründe und Hintermänner einem interessierten und engagierten Staatsanwalt offenzulegen. Das wäre ein nettes Ende für einen Onlinekrimi. Im Abspann könnten die Strafen der Hintermänner zur Befriedigung der Zuschauer dann abschließend eingeblendet werden. Dafür sind aber noch einige Recherchen notwendig und ich warte noch auf Dokumente. Bis später.

 

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