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Hackernews im Januar 2015

Hier mal ein paar Schlagzeilen zum Thema Hacker aus Januar 2015:

Die Sache mit dem gehackten Auto habt Ihr sicherlich gelesen, oder? Das Schlimme ist, dass sich kein Hersteller von diesen ganzen vernetzten Karren einen Kopf um Sicherheit gemacht hat. Stellt Euch vor Ihr braust mit Eurem Trabant mit 200 km/h durch die Stadt *g* und plötzlich ertönt eine Stimme: “Ein Firmwareupdate wurde automatisch eingespielt. Ihr Auto startet jetzt neu.” Selbst wenn der Besitzer Updates erst irgendwo im Auto bestätigen muss, bzw. sowas grundsätzlich selbst machen soll, passiert doch folgendes: Er tut es nicht! Es gibt Massen an Menschen die noch nicht einmal Updates in Ihrem PC oder Ihrem Smartphone einspielen. Dann auch noch im Auto? Bitte? Wie schön war die Zeit als es noch Mechaniker gab, die mit einem Schraubenschlüssel Autos reparieren konnten. Heute gibt es Mechatroniker, die das Auto mit Hilfe eines Laptops und einer Software nach dem Gemütszustand fragen. Alles was einen Computer benötigt oder nutzt, ist angreifbar. Ich könnte mir tolle Szenarien vorstellen, wie derartige Technik in Diktaturen eingesetzt werden kann, um Oppositionelle loszuwerden. Gott sei Dank leben wir nicht in einer Diktatur!

Ihr habt doch sicherlich auch den Flashplayer deaktiviert? Mir gehen diese ganzen Sicherheitswarnungen und Schwachstellen bei Adobe Flash dermaßen auf den Geist, dass ich keinen Bock mehr habe auf dieses Stück Software. Man kann ja froh sein, wenn mit HTML5 Flash hoffentlich immer weiter verdrängt wird. Wird aber noch dauern. So lange sollte man weiterhin Scriptblocker einsetzen, um Flash jedesmal manuell starten zu müssen. Auf unbekannten Webseiten ein Muss!

Ein paar Nazihacker sollen einen Punkshop gehackt haben. Glaub ich nicht! Nazis sind doch eigentlich viel zu doof für sowas.

Die Webseiten der CDU und vom Kanzleramt wurden im Januar angegriffen. Ist ja eigentlich nicht wirklich intelligent. Wem schaden sie damit? Niemandem. Ich würde das eher in politischen Hacktivismus einordnen. Einen so richtig harten Angriff hätte man unterstellen können, wenn die Konzerne, die als Großspender der CDU bekannt sind, ausgeschaltet worden wären. Die hätten dann wirklich Schaden davongetragen. Wie oft geht Ihr auf die Webseite vom Kanzleramt und von der CDU? Einmal im Jahr, wenn man sich verklickt hat.

Die bescheuerten Scriptkiddies vom IS haben im Januar den Twitteraccount des US-Militärs gehackt. Immer wenn sowas passiert, werden auch nur ein paar Bilder und Nachrichten verteilt. Die haben noch nicht einmal daran gedacht Malware zu verteilen. Wäre doch das Erste, was ich tun würde, wenn ich richtig viel Schaden anrichten will? Amateure!

Der IS hatte ja mal Stellenanzeigen ausgegeben. Die haben zum Aufbau Ihrer staatlichen Kalifat-Strukturen ziemlich viel Personal gesucht. Einen haben sie aber vergessen: Einen Social-Media-Experten. Die Jungs melden sich jetzt bei Facebook ab, weil sie nicht begriffen hatten, dass man dort Ihren Standort, das was sie so alles Böses getan haben und das was Sie noch tun wollen öffentlich lesen kann. Einen Trost gibt es aber für Ermittler. Die Schwachköpfe wechseln zu Skype und WhatsApp. Als ob das besser wäre.

Die Jungs von Lizard-Squad wollen für den großen Facebook-Ausfall verantwortlich sein. Die hätten dann wirklich mal Schaden angerichtet. Also bei Facebook. Weniger Werbeeinnahmen. Weniger Nutzerdaten.

Dann noch ein überflüssiger Artikel zum Thema Hackerangriff auf Bundesregierung und Cyber-Abwehrzentrum. Ihr wisst ja, dass ein Cyber-Abwehrzentrum in Berlin eingerichtet wurde. Die Leute die da arbeiten, werden relativ gut bezahlt sein. Das Problem nur: Die werden nichts zu tun haben! Denn wer verteidigt Deutschland im Cyberspace? Richtig: kowabit, Ihr Euch selbst, die Admins in den Firmen, den Behörden und den Providern. Außer der gesamte Traffic Deutschland läuft jetzt durch das Abwehrzentrum als einziger Ein- und Ausgang ins Internet für deutsche Netzanschlüsse. Das ist aber nicht der Fall. Das Zentrum hätte man sich sparen können.

Die Briten bauen eine Armeeeinheit auf die in sozialen Netzwerken kämpfen sollen. So in Richtung psychologische Kriegsführung. Also es könnte auch so in Richtung Meinungsmanipulation gehen.
Ein Beispiel: Eine Regierung, die unbedingt einen Weltkrieg will, lässt einen Testballon steigen in dem Sie mitteilt Waffen an eine Kriegspartei liefern zu wollen, die sie selbst vorher durch einen Putsch an die Macht gebracht, die aber keinen Rückhalt in der Bevölkerung hat. Damit will sie feststellen wie Ihre Verbündeten und Partner zu einem Krieg stehen. Ist die Mehrheit jetzt dagegen, muss besagte Fantasieregierung halt die nächsten Wochen dafür arbeiten, dass sich die Meinung ändert. Gefälschte Beweise über den Gegner, selbst inszenierte Anschläge oder durch direkte politische Beeinflussung von Freunden. Eine Vier-Phasen-Entwicklung bei seinen Partnern wird dann angestrebt: ERST NEIN – DANN VIELLEICHT – DANN IST ES DOCH NOTWENDIG – DANN KRIEG! Wenn die Fantasieregierung gut war, hat sie über Geheimdienste viele kompromittierende Infos über ihre Freunde abgephischt, um den Druck erhöhen zu können Also nur mal theoretisch. Völlig aus der Luft gegriffen.

In den USA wurde ein Journalist verurteilt, weil er unter anderem einen Link zu einem Hack verbreitet hat. Das nennt man hier umgangssprachlich retweeten. Außerdem hat er einige Missstände in privaten Sicherheitsfirmen aufgedeckt. Kann mir irgendwer eine Kopie des Demonstrationsaufrufes zusenden? Also den Millionenmarsch in Paris für Barrett Brown? Ich habe das verlegt.

Und dann hat da noch Rent-a-hacker Schlagzeilen gemacht. Ihr könnt jetzt also Eure eigenen Hacker mieten. Finde ich toll. Eine Dienstleistungsgesellschaft der anderen Art.

Viel Spass beim Lesen. 🙂

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