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Journalismus im #Neuland

Wie funktioniert die Arbeit eines Journalisten?

  1. Er sammelt Informationen. Entweder aus eigenem Antrieb bzw. eigenem Interesse, oder über Informanten und/oder im Auftrag seiner Zeitung.
  2. Er wertet die Informationen nach bestem Wissen und Gewissen aus.
  3. Er holt sich externen Sachverstand ins Boot, sollte es sich nicht um ein Thema seines Fachbereiches handeln.
  4. Er spricht mit Betroffenen. Opfern und Verursachern.
  5. Er bewertet aus seiner persönlichen Sicht, vielleicht inklusive gesellschaftlichem Blick über den Tellerrand.

Es gibt natürlich auch große Tageszeitungen die Agenturmeldungen reihenweise übernehmen oder Journalisten, die einfach Kommentare veröffentlichen, ohne, dass sie die Sache begreifen. Auch das “Vor-Ort-Sein” ist nicht immer möglich. Dann ist man auf Quellen und Büros anderer Institutionen angewiesen, oder schießt mal ins Blaue.

Die Redaktionen, die jedoch immer wieder “die besonderen Informationen” veröffentlichen, auf die man eigentlich kein Zugriff hat, sind natürlich die Highlights in der Medienwelt. Entweder man mag sie aufgrund ihrer Arbeit, oder man hasst sie, weil sie immer mehr herausfinden als man selbst. Die investigativen Journalisten machen eine Zeitung lesenswert. Ob Print oder Online spielt da keine Rolle. Zeitungen, die nur als Kanzler(innen)zäpfchen arbeiten und nur besseres Parteiorgan sind, verlieren eben Schritt für Schritt. Und das ist auch gut so!

Wie sieht jedoch die Zukunft aus? Wo ist der Unterschied zwischen den klassischen Printmedien und dem Internet als Informationsmaschine?

Die Zukunft sieht eigentlich nicht wirklich anders aus. Stellenweise wird bereits damit experimentiert, dass Algorithmen Zeitungen zusammenstellen sollen. Warum nicht? Spart Personalkosten, oder? Hier kommen dann die Leute ins Spiel die mit BigData argumentieren. Du hast eine riesige Datenbank mit allen aktuellen Meldungen aus der Welt und daraus bastelst Du Dir eine Zeitung mit den Inhalten, die am Interessantesten sind.

Wer soziale Netzwerke nutzt, wird jetzt so einen Aha-Effekt haben. Da gibt es doch Facebook-Trends und Twitter-Trends. Du hast einen Hashtag, wie bspw. #Landesverrat und der ist IN. Das heisst, dass Dein Algorithmus die meistgelesenen Themen zu diesem Hashtag zusammenfasst und in Deine Zeitung presst. Du brauchst nur noch einen Autoren, der die Informationen bündelt und in eine saubere Form bringt. Dann hast Du den Chefredakteur der noch einen Kommentar bzw. seine Meinung dazu ausbreitet. Das war es schon. Inhaltlich benötigt man noch nicht einmal selbst fachliche Kompetenz. Einfach den Fachleuten in den Netzwerken folgen und aus 140 Zeichen das Beste rauskopieren, umschreiben, fertig.

Im Vergleich zwischen Printmedium und Onlinebereich hat man hier zusätzlich die Möglichkeit Dokumente zu veröffentlichen, die in der Masse zu groß sind, um sie in eine Zeitung zu drucken. Wenn bspw. alle Selektoren der NSA an eine Zeitung gehen, dann ist es nicht wirklich sinnvoll bspw. 800.000 Datensätze auf 36 Seiten Zeitung zu drucken. Die werden einfach zusätzlich online gestellt. Das ist auch zur Eigenabsicherung sinnvoll, wenn es um Glaubwürdigkeit geht. Im Informationszeitalter Informationen zurückzuhalten, weil man Angst hat, dass man zerrissen wird, ist falsch. Lieber eine falsche Position, die man diskutieren kann/will, als so zu tun, als sei man der Pharao des Abendlandes. Ein Vorteil für Onlinemedien. Der netzpolitik-Fall hat gezeigt, dass das Veröffentlichen von Informationen, die in klassischen Medien oft nur zitiert werden, besser ist. Der Informationsaustausch und die Bewertung sind intensiver. Opfer können sich selbst besser verteidigen. Täter können nicht einfach dementieren. (Außer sie verschließen die Hände zu einer Raute und ignorieren einfach alles ums ich herum.) Andere Medien und Fachleute haben die gleiche Bewertungsgrundlage. Das kann Veränderungen bewirken!

Und genau so muss sich der Journalismus entwickeln. Egal ob großes Printmedium, kleiner Blog oder freier Journalist. Jeder muss seine Meinung sagen, jeder muss Informationen aus gesellschaftlicher Sicht bewerten, jeder muss Informationen darbieten können und am Ende die Information zur Meinungsbildung freigeben. Nur einige Zitate in gut recherchierte Artikel(serien) unterzubringen, reicht nicht mehr! Das stillt den Hunger nach Information nicht mehr!
BigData oder Hashtags reichen auch weder aus, noch werden sie dominieren. Sie spiegeln so oder so nur den Ist-Zustand wieder. Den Ist-Zustand will ich aber in der Zeitung von Morgen nicht lesen, weil er bereits einen Tag alt ist. Ich will aber wissen was andere denken und wie sie sich die Welt von übermorgen vorstellen.
Deshalb muss der Journalist in Zukunft transparenter mit Informationen umgehen. Er muss seine Position als eine von Vielen einordnen können. Er muss die Öffentlichkeit selbst Position beziehen lassen. Mit der selben Grundlage wie er. Dann kann sich die Gesellschaft entwickeln. Als die Menschen lesen und schreiben lernten, da lernten sie diese gemeinsame Schreib/Lese-Grundlage. Lesen und schreiben können wir. Jetzt brauchen wir alle nur noch den Zugang zu allen Informationen. Das Internet bietet so gut wie alles was wir brauchen, um ein gesundes Bild des Planeten und der Menschheit zu erschließen. Aber es gibt noch einige dunkle Flecken. Flecken, die Details unseres Leben als Gesellschaft verdunkeln. Wir brauchen vor allem Zugang zu den Informationen, die uns Regierende vorenthalten, weil sie glauben es besser zu wissen. Sie wissen es aber nicht besser! Haben sie noch nie!

 

PS: Ich sehe es erstmal nur als Entwurf, was ich hier geschrieben habe … Ich wollte es aber teilen!

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