2019, Blog, Kenya

Kenya: Wenn die Wirtschaft schwächelt

Momentan schwächelt es in Kenya. Die Staatseinnahmen sind massiv zurückgegangen. Neue Stellen werden nur befristet besetzt, staatlich gestützten oder getragenen Projekten werden die Mittel gekürzt. Ob schwere Zeit oder Chaos wird die Zukunft zeigen. Die Gegenwart jedoch ist alles andere als leicht.

Momentan werden Infrastrukturprogramme gestrichen oder geschoben. Straßen, Brücken oder Dämme werden nicht gebaut oder repariert. Nicht nur der Bestand wird dadurch weiter geschwächt, auch dringend nötige Arbeitsplätze können nicht erhalten oder geschaffen werden.

Durch das Streichen von Finanzmitteln für Projekte und Initiativen werden dringende Jobs abgebaut. Neueinstellungen erfolgen nur auf Vertragsbasis, um Annehmlichkeiten im Staatsdienst nicht gewähren zu müssen. Insgesamt wird dadurch auch die normale Wirtschaftswelt getroffen. Weniger Kaufkraft dreht die Spirale nach noch weniger Jobs und noch weniger Einkommen weiter nach unten.

Die Auswirkungen auf dem Mietmarkt sind gerade in den Metropolen von besonderer Bedeutung. Die Einkommensverluste haben bereits dazu geführt, dass viele Menschen ihre Miete nicht mehr bezahlen können. Wenige Vermieter haben auf die wirtschaftliche Lage reagiert und die Mieten gesenkt. Leerstand ist nicht selten. Dass sich fünf oder sechs Familien eine Wohnung teilen, ist ebenfalls Normalität.

Auch im Geschäftsbereich sind die Probleme erkennbar. In den großen Einkaufszentren stehen mittlerweile viele Ladenflächen leer.

Der Verkauf von Häusern schwächelt enorm. Mehrere Jahre werden benötigt um bezugsfertige Familienhäuser zu verkaufen. In einigen verschlossenen Siedlungen stehen mehr Häuser leer, als verkauft wurden.

Momentan weiß niemand wohin die Entwicklung gehen wird. Zukunftsperspektiven für die jungen Generationen, die gut ausgebildet von den Universitäten kommt, gibt es momentan nicht. Viele Träume werden sich verflüchtigen. Auch Proteste auf der Straße sind momentan nicht ausgeschlossen. Der Versuch den westlichen Lebensstil auf Ostafrika zu übertragen, könnte an seine Grenzen gestoßen sein. Gefüllte Regale in modernen Shoppingzentren, ein hohes Aufkommen im Baubereich nützen der Bevölkerung nichts, wenn es keine langfristigen Arbeitsperspektiven und kein Einkommen gibt.

 

Tagged , , , , , ,