2018, Blog

Licht an.

In den Doerfern in Kenya leben viele Menschen in einfachen Lehmhaeusern. Ihr Licht stammt lange Zeit aus Lampen mit Oel oder anderen Brennstoffen. Auch Kerzen werden und wurden genutzt. Die Lichtausbeute ist sehr gering. Wenn man heute noch in Huetten kommt, deren Bewohner die alten Moeglichkeiten nutzen, riecht es und die Feuergefahr ist erkennbar. Zwei Dinge haben hier jedoch Veraenderungen gebracht. Mobilfunk und Solarenergie.

Es ist nicht selten in der Geschichte von Konzernen, dass ihr Portfolio andere als bekannte Entwicklungen nimmt. Sie passen sich auch den Beduerfnissen an. Jedenfalls in Afrika springen sie in einige Luecken.

Safaricom, einer der groessten Mobilfunkanbieter in Kenya, bietet sauberes Licht. Wirklich. Mit Hilfe einer Solaranlage, ein sogenanntes M-kopa starter solar energy Angebot koennen Kenyaner eine Mini-Solaranlage per Mietkauf erwerben.

M-kopa bedeutet, dass man Stueck fuer Stueck ein Produkt erwirbt. Safaricom nutzt dafuer natuerlich auch das eigene Bezahlsystem M-Pesa. Ein System, dass es erlaubt per Mobilfunk, genauer per USSD-Code, zu bezahlen. Einfache Telefone reichen aus. Smartphones und Apps sind nicht noetig.

So kauft man das Solar starter set fuer 1.800 KSH, was ungefaher 15 Euro entspricht. Dafuer nimmt man die Hardware mit nach hause. Dazu gehoert eine Solarbatterie, die in etwa die Staerke von zwei bis drei Powerbanks besitzt, zusaetzlich einen Stecker zum Laden von Mobilfunkgeraeten und zwei 1,2 Watt Lampen, um fuer Licht zu sorgen und das 8-Watt Solarpanel.

Hat man alles zuhause aufgebaut, bleibt es dennoch dunkel. Per M-Pesa muss man nun fuer taeglich 230 Tage 50 KSH, ca. 40 Eurocent, zahlen, damit das Licht zur Verfuegung steht. Man muss nicht taeglich zahlen. Die 230 Tage sind auch mit Unterbrechung abzahlbar. Am Ende will Safaricom ca. 13.300 KSH fuer die Anlage erhalten. Das sind dann ca. 120 Euro. Auf dem Land erhaelt ein gutbezahlter Landarbeiter, der einen einfachen job hat im besten Fall 50 Euro pro Monat. Tageloehner koennen es auf 20 bis 30 Euro bringen. Da sind 120 Euro schon eine satte Summe. Zahlt man jedoch einen Tag nicht, bleibt es dunkel. Mobilfunktechnologie ermoeglicht die Kontrolle des Zahlungseingangs.

Das Licht verbessert natuerlich das Leben in den Doerfern. Strom der nationalen Energieunternehmen ist teuer. Die Leitungen liegen nicht ueberall und Zugang ausserhalb der Strassen muss teuer bezahlt werden. M-kopa, M-Pesa und Safaricoms SolarSet erlauben auch aermeren Familien langfristig kostenguenstiger an Energie zu kommen. Licht und Smartphones bzw. Mobilfunktelefone sind aus dem Alltag nicht wegzudenken. Auch fuer die Bildung hat sich nach Ansicht Betroffener dadurch einiges verbessert. Kinder koennen jetzt laenger lernen.

Mittlerweile gibt es aber auch weitere Anbieter auf dem Markt. Konkurrenz bleibt nicht aus. Momentan sind die Preise dadurch nicht wirklich guenstiger. Aber Afrika bleibt in Bewegung.

 

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