2019, Blog, Kenya

Musik in und aus Kenya

Seit circa zehn Jahren hat die kenyanische und afrikanische Musikindustrie einen großen Entwicklungssprung gemacht. Die besten Beispiele und Vergleichsmöglichkeiten finden sich auf Youtube zur Unterscheidung. Videoqualität, sowie Beats und Rhythmen können locker mit westlichen Produktionen mithalten.

Altes Video Willy Paul, Kenya: https://www.youtube-nocookie.com/embed/3ag9Ny4zl1Y

Old Video 2Face, Nigeria: https://www.youtube-nocookie.com/embed/_A0fWBHu9pM

Doch wie werden Musiker eigentlich in Kenya bezahlt? Die deutsche GEMA hat natürlich auch dort Brüder und Schwestern. Dortige CMOs (Collective Management Organizations) und die CSPs (Content Service Provider) sind ähnlich wie in Deutschland nicht immer einer Meinung.

Neues Video Willy Paul: https://www.youtube-nocookie.com/embed/LlZcj_G8OF4

Current rising star Amani G, Kenya: https://www.youtube-nocookie.com/embed/NczWrdQQLBo

Auch Musikpiraterie ist und bleibt für viele Künstler ein Problem. Zwar ist Kenya mit einer besseren Internetinfrastruktur im Funkbereich ausgestattet, als Deutschland, aber die Kosten für den Einzelnen sind hoch. So ist der wirtschaftliche Zwang an Kulturgütern durch Piraterie teilzunehmen ein kleines bisschen verständlich.

Eine grundsätzlich hohe Einnahmequelle sind immer noch Auftritte. Aber auch dort gibt es momentan Probleme. Künstler aus Nigeria oder Tanzania werden stellenweise mit Abstand besser bezahlt als Kenyaner. Das sorgt natürlich für Ärger. Einen Song aufnehmen und auf Youtube oder anderen Anbietern zum Streaming anzubieten und gutes passives Einkommen zu generieren, gelingt den wenigsten Musikern. Die Bühne ist deshalb immer noch die wichtigste Quelle. Mit genug Geld singen die größten Stars auch auf Eurer Hochzeit.

Big star from Tanzania, Diamond Platnumz: https://www.youtube-nocookie.com/embed/FH2QsiBixe4

Also Diamond: https://www.youtube-nocookie.com/embed/w8eUTOYrkDM

Momentan streiten Musiker mit Radiostationen und bemängeln, dass ihre Songs nicht ausreichend gespielt werden. Auch Vorwürfe in Richtung Verwertungsgesellschaften nicht genug von den Einnahmen zu partizipieren, sind ähnlich denen in deutschen Breitengraden. Irgendwie ist es überall am Ende doch das Gleiche.

Der relativ stark auftretende Safaricom-Konzern spielt auch hier eine Rolle. Durch eine eigene App namens SONGA. Die App bietet den Künstlern in Kenya und anderen ostafrikanischen Ländern Transparenz in Bezug auf die Einnahmen. Eine vorher eingeführte App namens SKIZA führte aufgrund von Intransparenz zu Problemen, die am Ende vor Gericht landeten.

SONGA kann nur im Safaricom-Netz genutzt werden. Auch der Download außerhalb deren Geschäftsgebieten ist über den Playstore nicht möglich. Im Verbreitungsgebiet der App ist es eine All-Inclusive-Musik-Streaming-App, die den Musikern die Kontrolle zurückgibt. Nutzer können auch offline ihre Songs anhören (downloaden). Auch das bekämpft Piraterie.

Die App umfasst über 2,5 Millionen Songs aus verschiedenen Genres, darunter lokale und internationale Musik. Für umgerechnet täglich 25 Cent, wöchentlich 1,50 € oder monatlich 5 € können Nutzer den Dienst nutzen. Die Bezahlung erfolgt über die Guthaben beim Telefonanbieter.

Auch Liveradio wird unterstützt. Bspw. die Radiosender KISS FM, East FM, Classic 105, Homeboyz Radio und viele mehr.

Wer Interesse an mehr kenyanischer oder afrikanischer Musik bekommen hat, kann mit einer einfachen Youtubesuche nach music kenya umfangreiche Videos anschauen.

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