2019, Blog, Kenya

Nur ein Löwe

Vor Kurzem wurde ich in eine Maasai-Lodge eingeladen. Ein kleines Ressort für Urlauber und Touristen, um gut zu essen, vortrefflich bewirtet zu werden und zu entspannen. Das Ressort in der Region Kajiado ist zudem umgeben von Wildnis und freilebenden Tieren. Giraffen, Affen, aber auch Löwen. In der Regel ist es nicht selten, dass die Pflanzenfresser tagsüber zu sehen sind und die Affen einem das Essen vom Teller stehlen. Raubtiere werden von Wildhütern beobachtet und auch mit Abstand begleitet oder vertrieben.

Meine abendliche Fahrt jedoch ließ auch mich erschaudern. Die Straße zur Lodge ist nur eine Sandpiste. Begleitet von Sträuchern, Bäumen und sonst staubigen Boden. Es hatte jedoch frisch geregnet, weshalb die Fahrt in meinem schon älteren Auto langsamer und vorsichtiger ablaufen musste.

In freier Wildbahn stieß ich dann auf einen frei umher laufenden Löwen. Groß, zottelig und ruhig trank er Wasser aus den Pfützen auf der Straße. Ich war alleine im Wagen. Es wurde schon dunkel. Das Auto ist alt. Akku im Smartphone fast leer. Doch es ging gut.

Eigentlich sollte der Bereich von einem elektrifizierten Zaun vor Raubtieren geschützt sein. Nun, es läuft nicht alles immer so gut in Kenya. Ich fuhr nun langsam an ihm vorbei. Er registrierte mich, schien aber nicht interessiert an mir. Trotzdem musste ich vorsichtig sein. Das Tier war groß und schwer. Er hätte dem Auto durchaus gefährlich werden können.

Als ich ihn etwas hinter mir gelassen hatte, drückte ich jedoch auf das Gaspedal und raste wie irre an mein Ziel. Es war doch ziemlich unheimlich. Auch Afrikaner sehen Löwen nicht so häufig, wie manche Weiße es manchmal glauben.

Als ich bei der Maasai-Lodge ankam, berichtete ich den Wachleuten von meiner Begegnung. Doch in ihrer kenyanischen Gelassenheit wussten sie bereits von dem Streuner. Einige Taxis vorher hatten es bereits gemeldet. Ebenso wie das Auffinden der Überreste eines Mannes, der dem Löwen zu nahe gekommen war.

Ich prüfte nochmal ob alle Körperteile dran waren und brauchte dann ein Bier.

Die kenianischen Naturschutzverwaltungen (KWS) bestätigten mir später auf der Suche nach dem Tier zu sein. Ob sie es aber gesucht haben, das weiß ich nicht.

 

 

Anmerkung von Kowa:

Ich besuchte die Lodge 2015 mit Fred. Ein wirklich schöner Ort. Wir gingen dann auch raus aus dem umzäunten Bereich, um uns eine Schlucht anzuschauen. Uns begleitete ein Wachmann mit einem Stab. Ich fragte warum er dabei war und diesen Stab hatte. Das Teil war nicht länger als 60 oder 70 Zentimeter. Fred sagte mir in seiner kenyanischen Gelassenheit, dass der Stock benötigt wird, um sich gegen die Löwen zu wehren. Da fühlte ich mich gleich sicherer. 🙂

Tagged , , ,