2018, Blog

Ohne Timeline leben

Gibt es ein Leben ohne soziale Netzwerke? Keine Nachrichten mehr von Bekannten und Freunden? Keine lustigen Katzenbilder? Kein Kontakt zum Internetbürger? Geht das? Klar.

Mitte diesen Jahres habe ich alle meine Konten in sozialen Netzwerken gelöscht. Facebook hatte ich eh nur knapp zwei Monate im letzten Jahr genutzt. Instagram etwas länger. Twitter richtig lange. Und verdammt. Das sparte bisher echt Zeit.

Erst dachte ich:

Ob ich damit umgehen kann?

Ich war eh nicht süchtig danach, aber Twitter war schon lustig. Instagram für den modernen Menschen so etwa wie die Entdeckung des Feuers.

Schau mal was ich alles schon angezündet habe!

Aber die Entscheidung war bewusst. Ich hatte einfach keine Lust mehr. Es war blanke Zeitverschwendung. Im Grunde fehlt jeder Mehrwert. Man ist ständig erreichbar. Erreichbarer als per Telefon. Und, wenn du eingeloggt bist, dann weiß jeder, dass du die Nachricht auch erhalten hast. Voll toll. Soziale Netzwerke sind Stress. Ich habe mich davon befreit. Als Geringnutzer. Und trotzdem nicht bereut. Wenn es mir täglich eine Stunde gebracht hat, dann war das ein Erfolg. Und die Stunde konnte ich anders nutzen. Und sollte es auch nur Schlafen sein.

Ein weiterer positiver Effekt: Weit weniger Konsum von aufgezwungener Werbung. Trotz Blockliste ging immer mal was durch. Besonders bei den Apps. Ich hatte darauf keine Lust mehr. Die meiste Werbung habe ich eh als unanständig markiert. Egal wofür.

Und die Kontakte? Klar, manche Kommunikation war lustig. Aber aus meiner Kontaktliste kannte ich 4 Twitterer und 4 Instagramer persönlich. Da waren aber noch je 500 andere Nutzer. Keine Ahnung. Mal hier, mal da ein kleiner Tweet-Plausch. Aber mehr auch nicht.

Und wie war das für den Blog? Immerhin habe ich meine Beiträge dort verteilt und Besucher angelockt. Naja. Keine Veränderung. Es ist alles beim Alten geblieben.

Der eigene Kontaktkreis besteht eh aus Familie, Kollegen, Freunde und oft die Bekannten und Freunde, die man irgendwo und irgendwann zurückgelassen hat. Sporadische Kontakte meist. Mehr ist da nicht. Bei Niemandem. Selbst, wenn man tausende Follower oder virtuelle Freunde hat, so haben sie praktisch keinen Einfluss auf den Nutzer. Eher andersherum. Man bildet sich einen Einfluss ein und versucht für andere fremde Leute irgendetwas darzustellen. Das ist aber sinnlos. Als Privatperson eh. Als Influenzer, also beruflich, auch nur Show. Eine Show bis zum Burnout. Zeitverschwendung.

Würden alle Nutzer sozialer Netzwerke die gleiche Zeit für gute Taten aufwenden, die sie beim Scrollen und Füllen von Timelines verschwenden, wäre der Planet wahrscheinlich in einem besseren Zustand.

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