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Vernetzte Operationsführung #NetOpFü

In einem Beitrag aus 2008 kann man über die vernetzte Operationsführungsidee bei der Bundeswehr lesen (Alternativer Link). Der Wunsch mit Hilfe der Technik effizienter Kriege organisieren und führen zu können. Aus militärischer Sicht in Bezug auf die technischen Möglichkeiten konsequent. Es gibt ja auch genug Partner in diesem Bereich.

Wenn wir mal weiterdenken was eine solche Vernetzung ermöglicht, dann spare ich mir mal Zitate aus den verlinkten Beiträgen aus. Könnt Ihr ja selber lesen. Eines ist mir, als genetisch bedingtem Friedensanhänger, vorrangig in den Kopf geschossen: Wenn Soldaten vor Ort einen Befehl verweigern – sei es aus rechtlichen Gründen, oder Moralischen etc. – ist bei weitreichender Vernetzung aller Systeme ein Knopfdruck in Potsdam ausreichend, um den Befehl dennoch auszuführen. Davor habe ich große Sorge! Wie bei den Drohnenmassenmorden sehen wir bereits, dass das Töten auf Entfernung leichter fällt, als im Unterschied, wenn menschliche Wesen in einem Konflikt vor Ort Entscheidungen treffen. Steht das Ziel vor einem Haus, dass als Kindergarten dient, würde ein geistig gesunder Soldat möglicherweise warten. Wie im Computerspiel auf Pixel schießen, oder Ziele in Infrarotbildern erahnen, die die Umgebung nicht genauer analysieren lassen, ist wie das Vorenthalten von Informationen für einen Menschen der auf gerechte oder faire Weise töten soll. Per Ferne auf einen Knopf drücken, ist das Gleiche in anderer Qualität. Für Hacker mit kriegerischem Ziel genauso leicht.

Was aber noch schlimmer ist, ist die Tatsache, dass jedes vernetzte System gehackt werden kann. Stellt Euch vor Raketensysteme werden gehackt und böse Menschen beginnen damit Ziele zu beschießen. Was wäre, wenn Hacker einen Krieg auslösen (wollen)? Die Berichterstattung dahingehend ist auch bereits besorgniserregend. Immerhin meldet der Behörden Spiegel (Alternative, oder andere greifen es auch auf), dass das Patriot-System der Bundeswehr in der Türkei unerklärliche Befehle ausgeführt hat. Es wurde möglicherweise fremdgesteuert!

Hier stellt sich für mich die Frage, wie dieses System denn wirklich bereits vernetzt ist? Per Internet? Per Bluetooth? Per lokalem WLAN? Per Mobilfunk? Wie ist die Leitung abgesichert? Wie ist der Remote-Standort abgesichert? Sind alle Nutzer geistig auf Höhe?

Wenn so etwas passiert, müsste das ganze System offline genommen werden! Was passiert, wenn Patriotabwehrstellungen auf zivile Flugzeuge im türkischen Luftraum schießen würden? Sorry, aber eine vernetzte Kriegsmaschinerie ist genauso anfällig wie jedes andere Netzwerk auch. Wie jedes Verkehrsflugzeug, Zug, Industrieanlage oder Atomkraftwerk!

Die in der Berichterstattung aufgegriffene Frage nach den Herstellern ist ebenfalls von Bedeutung! Wenn ich Waffensysteme oder Komponenten produziere, stelle ich sicher, dass der Kunde außerhalb meiner Grenzen keine alleinige Kontrolle über das System besitzt. Aus offensiven und defensiven Sicherheitsgründen! Und wenn ich Komponenten einbauen kann, die auf Signale (bspw. lokal sehr nah versendet) von mir warten, dann hat mein Kunde vielleicht später ein Problem.

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