2019, Blog

Politikerhack?

War es denn die Schlagzeilen wert? Der Hackerangriff auf Politiker füllt seit einer Woche die Zeitungen. Doch was muss man mit ein bisschen Abstand feststellen?

Nichts Neues ist passiert. Es wurden ca.50 Leute gehackt. Ja. Schlimm. Bestraft den Täter. Und ja, auf den gehackten Systemen lagen Daten von fast 1.000 anderen Leuten. Also im Schnitt 20 Datensätze pro Person. Wer die Autoren von kowabit hacken würde, könnte auch auf einige Kontakte kommen. Die Masse macht es eben.

Und was ist nun das Besondere? Nun, es hat Politiker erwischt. Und man sieht, dass man Verbrechen auch in einer Woche aufklären kann, wenn man denn will.

Eigentlich war es das schon.

Es ist tatsächlich alles gesagt. Circa 5% der Betroffenen wurde erwischt entweder auf einen Phishinglink geklickt, einen fremden Datenträger ins System gesteckt oder ein fehlerhaft konfiguriertes System im Internet hängen zu haben. Das ist nichts besonderes.

Klar, für einige Politiker ist es schlimm, dass jetzt theoretisch jeder Mensch seine Mobilfunknummer besitzt. Es könnten ja Wähler*innen anrufen und mal Stellungnahme verlangen zu dem Unsinn der in Berlin oder irgendwelchen unbedeutenden Landesparlamenten produziert wird. Oder Gott bewahre direkte E-Mails schreiben und Antwort verlangen, ohne dass Büromitarbeiter noch dazwischen geschaltet sind und die Taktik wir kümmern uns, wir wissen schon, wir melden uns vielleicht später oder wir sind nicht zuständig fahren. So nah wie im Moment sind die Bürger*innen ihren Abgeordneten noch nie gekommen. Echt jetzt! 🙂

Wahrscheinlich ist deshalb die Aufregung groß. Oder auch die Angst, dass da noch einige brisante Details in den Daten lauern.

Im Grunde zeigt dieser Fall jedoch, dass manche Politiker (und andere betroffene Medienschaffende) auch nur Menschen sind. Sie klicken alle auf die gleiche Viagrawerbung, sie gehen alle auf Toilette und nutzen alle das Passwort DerRussewar’s .

*humor* Ich bin ja dafür, dass wir pauschal der AfD die Schuld geben. Das würde die Sache noch würzen. :p *witzig*

Zur Info: KOWA, also der Typ hinter dem Blog, stand auch in einer veröffentlichten Delegiertenliste, weil irgendjemand aus seiner Partei auch einen Fehler gemacht hat. Pech nur, dass die Daten kein Geheimnis sind. Sonst wäre hier jetzt Opferkult angesagt. Aber so richtiger Opferkult! 😉

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