2019, Blog

SPAM. Immernoch.

Der Monat ist rum und das übliche Ritual beginnt: Öffne alle Deine Postfächer und schau doch mal in Deinen SPAM-Ordner. Dieser Monat war dann mal wieder richtig heftig. Mit 2.433 SPAM-E-Mails hatte ich echt nicht gerechnet.

Zwei E-Mails sind aus Versehen rein gerutscht. Verschmerzbar. Aber der Rest? Unheimlich viel.

Die besten Versprechen:

1.000.000 € oder 5.000 € monatlich. Alles nur mit Bitcoin und dem geheimsten der geheimen Tipps, die nur für mich zur Verfügung stehen. Ich muss ein Video gucken, einen Report kaufen und mich irgendwo anmelden. Wow. Fällt wirklich noch jemand auf sowas rein?

Oder endlich schlank sein. Video gucken, ebook kaufen, 30 Tage später bist Du dünn. Genial.

Oder die Nervensäge: Eine Name Search Engine Registration. Endlich die eigene Domain gegen Geld in eine Suchmaschine eintragen. Davon träumt VG-Media.

Oder der Richard. Richards E-Mail-Betreff: Re:Sex . Verdammt nochmal, wann habe ich Richard geschrieben und warum zum Thema Sex? Auf den Link? Da klickt man doch gerne rauf.

Oder der Pillenversand, die Deutsche Apotheke und Testpaket Generika. Und besonders die Legale Internet Apotheke. Der Name schafft vertrauen. Der Klassiker: Potenzpillen von Deinem Internetversand über chinesische Webseiten. Sensationell. Fast so viel Ersparnis, wie mit AliExpress. Sensationell. Woher wissen die, dass ich gerade jetzt … ach, lassen wir das.

Oder das Datingportal mit: Dating zu Weihnachten in Deutschland. Im April. Ernsthaft? Kann wohl nicht so erfolgreich sein bei den Jungs?

Oder wie war das noch mit Lilo, Anke, Mareike, Isolde, Franziska, Charleigh, Camila, Lilah, Monroe oder Athena? Hunderte Absender*innen. Sie warten auf den Fuckbuddy, unser Treffen heute Abend, Was machen wir morgen oder Kommst Du mich besuchen und f**kst mich? Und so viele schöne Links auf *.su – Adressen.  Dass die Sowjetunion mal so viel Verkehr initiiert? Atemberaubend.

Spitzenreiter bleibt bei mir aber der Anonyme Hacker, der uns alle beim Masturbieren am Computer gefilmt hat, nachdem er diese eine Pornoseite genutzt hat, um Malware zu verteilen. Was sind da schon 2.000 € in Bitcoin, damit dieser geniale Hacker dieses verdammte Video nicht an alle Kontakte versendet? Jetzt müsste man nur noch einen Laptop haben.

Und vor allem diese Google-Mail. Satte, 1,35 Milliarden Euro habe ich gewonnen. Ich weiß zwar nicht wo, aber vermutlich sind das die Einnahmen die eigentlich dem Axel Springer Verlag gehören und Google will sie nur an mich ausschütten. Wegen Blog und so.

Hoch zufrieden kann ich mit dieser Ausbeute sein. Millarden Euros, osteuropäische Mädels mit Hang zur Sowjetunion (Was freut einen Linken Macho mehr?) und all diese Potenzpillen. Zocken mit Bitcoins geht jetzt erst los. Unschön, dass seit der DSGVO der Versicherungsspam scheinbar aufgehört hat. Aber was soll es. Der SPAM-Tag hat sich wieder gelohnt.

SPAM ist wirklich grundsätzlich toll. Ein paar Leute verdienen daran legal (Domainhosting), ein paar Leute fallen darauf herein (Lehrgeld) und manch ein Verursacher freut sich über das Taschengeld. Ein Kreislauf. Wenigstens einen Tag im Monat sollte man sich SPAM gönnen. Anschließend das Löschen nicht vergessen, damit der gleiche Müll auch nächsten Monat wieder überraschend neu wirkt.

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