2017, Blog

… to the moon

Wenn man in den letzten Tagen in Telegram-Gruppen unterwegs ist, liest man ständig: to the moon! Eine krankhafte Freude darüber, dass all die Cryptowährungen auf diesem Planeten ohne Ende im Wert steigen und steigen und steigen.

Kommste in so einen Chat, denkste die haben einen an der Klatsche:

Wie gehts Euch?

to the moon!

Was ist los?

TO THE MOON!

to the moon

yeah, moon

Wo sind wir?

10,3

MOOON

to the mooooon

In einem Chat frage jemand wie viel er von seinen 40.000 Dollar investieren sollte. Natürlich Alles, kam die Empfehlung. Einfach mal rein damit. Wen juckt es schon? Er hat dann angeblich 20.000 Dollar genommen. Wollte nicht übertreiben, da er schlicht selbst zugeben musste keine Ahnung von dem zu haben was hier passiert.

Die Leute am Cryptomarkt haben momentan einen so richtig an der Klatsche. Aus diesem Grund: Raus da! Ruhig bleiben! NICHTS tun! Die Bauchlandung wird so dermaßen böse sein für alle die jetzt erst einsteigen, dass es fahrlässig wäre jemandem diesen Einstieg zu empfehlen. Ernsthaft. Lasst es!

Und wenn Ihr dieses Kribbeln in den Händen, Füßen und im Kopf habt, also dieses nervöse Bauchgefühl, wie: All die Typen die für wenige Cent Zehntausende Coins gekauft haben und vielleicht jetzt Millionär sind … WARUM SCHAFFE ICH DAS NICHT? Dann lasst es erst recht. Ihr würdet dann genau diese Typen noch reicher machen.

So, das war es mit der Standpauke.

Im Zuge meiner Crypto-Reihe dieses Jahr – die mich mehr Zeit gekostet hat, als geplant – habe ich für knapp 200 € ein paar Cryptos gekauft, Euch vorgestellt und einige getestet. Die Technologie ist sensationell und bietet coole Möglichkeiten. Die Gier und das Zocken sind jedoch ein Problem. Meine gekauften Coins gehen natürlich alle gerade to the moon. 😀 In der Cryptoreihe habe ich immer begründet warum ich diese Dinger gewählt habe. Mein Ansatz war nicht die Gier, sondern die Suche nach einer tollen Idee und Funktion. Genauso weiß ich aber mittlerweile, dass sie auch wieder ins Bodenlose stürzen. Deshalb taste ich da nichts an. Auch aus steuerlichen Gründen. Beim Schreiben dieses Beitrages liegen diese 200 € etwa bei 8.300 €. Was für ein Scheiß!

Du fragst jetzt Scheiß? Ja. Seit wenigen Tagen werden diese blödsinnigen Bitcoins in Termingeschäften involviert. Habt Ihr sicher gelesen. Damit ist der unabhängige, nicht beeinflussbare, dezentrale Bitcoin Teil des Systems. Und was für ein Scheiß:  Es orientieren sich immer noch alle anderen Cryptos am Bitcoin. Die Wall-Street hat gerade die Macht übernommen. Und eines ist sicher: Die Wall Street wird in diesem Fall immer gewinnen. Ich wollte gerade mal eine Testüberweisung starten, um die Gebühren im Bitcoinnetzwerk anzuschauen. Für 0.01 BTC würden 0.05 BTC Gebühren anfallen. Wer kann sich so einen Mist leisten? Richtig. Genau die, die gerade Milliarden in den Markt pumpen. Das sind nicht die kleinen Typen, die unabhängig sind oder ein wenig Geschäfte machen wollen. Und eines, da bin ich mir sehr sicher, ist auch klar: Termingeschäfte auf Bitcoins, einem völlig unregulierten Markt, gewinnt immer die milliardenschwere Wall Street. Wer hindert sie gegen die Kundeninteressen Transaktionen zu tätigen, um Preise zu drücken oder Preise nach oben zu pumpen? Richtig! Keine Sau! Es gibt nämlich schlicht keine Instanz die das prüfen kann.

Die Cryptomärkte verkommen gerade im blanken Kapitalismus. Und der volle Reinfall für viele Leute ist, dass sie Ihre Cryptos nicht loswerden. Einer hat mir geschrieben, dass er aufgrund der hohen Transaktionsgebühren schlicht nicht verkaufen kann. Andere finden keine Käufer. Die großen Coinmärkte hatten in den letzten Tagen massive Probleme. Andere Märkte haben Telefon- und Emailsupport eingestellt (Habe gerade vergessen welcher Dienst mir die Infomail zusendete! Gelöscht.) und weisen nur noch darauf hin bitte besonnen zu handeln. Die ganze Sache gerät außer Kontrolle. Der Ripple-Anbieter GateHub war fast zwei Tage faktisch offline. Seit fast zwei Tagen klagen Nutzer, dass sie sich nicht einloggen können und wenn, dann sind alle Exchange- und Kauf/Verkaufsoptionen deaktiviert. Mittlerweile läuft es wieder. Und Ripple hat sich in den letzten 48 Stunden verdoppelt. Hier bleibt dann die Frage: Wenn ich Tausende davon habe, aber sie nicht ver/kaufen kann … Wer profitiert? Richtig: Der kleine Ripplebesitzer, der keinen Zugriff auf seine Investitionen hat, definitiv nicht. Ich würde Pleiten in diesem Bereich nicht mehr ausschließen. Ihr wisst schon: Russische Hacker! 😀 Ich würde auch nicht ausschließen, dass bei so vielen Problemen plötzlich der Absturz da ist. Stell Dir vor 99% können trotz wertvollem Besitz nicht Handeln. Da profitieren die 1% mit den Milliarden. Die können sich selbst in schwieriger Zeit funktionierende Infrastruktur leisten. Die Wall-Street macht die Cryptomärkte gerade kaputt. Und alle fallen darauf herein.

Kommen wir mal kurz dazu, wie diese Megapreise entstehen und warum trotz Milliarden Kapitalinvestitionen in den letzten 24h, nämlich 11,4 Milliarden beim Schreiben dieses Beitrages, viele Besitzer gar nicht zum Verkaufen kommen.

Erstmal: Die Gebühren. Weder Bitcoin handeln, noch reines Versenden sind sinnvoll. Einfach zu teuer. Da lieben wir unsere Sparkassen am Ende noch mit Ihren Kontoführungsgebühren.

Zweitens: Der Wert der Coins entsteht nur durch die Handelsplätze und dem dort registrierten Volumen. Realwirtschaft spielt keine Rolle.

Drittens: Das registrierte Volumen kann mit gezielter Absicht nach oben und unten getrieben werden.

Für Drittens habe ich auch ein tolles Beispiel.

In den letzten Wochen habe ich immer weiter mit der Cryptowährung WAVES rumgespielt. Hatte mir am Anfang des Jahres ca. 150 Stück für je 0,70 € gekauft. Später ein paar mehr, um die Technik auszuprobieren. Die Gründe für die Auswahl findet Ihr in den Cryptobeiträgen. Momentan liegt der Wert bei über 10 €. Wahrscheinlich ist das auch das einzige Cryptozeugs, das ich momentan loswerden könnte, da WAVES eine eigene dezentrale Handelsplattform besitzt. Keine anderen Märkte sind nötig. Spart Gebühren und die Transaktionskosten sind gering. Steigen natürlich auch, wenn der Wert steigt. Was momentan passiert.

Innerhalb dieser Architektur habe ich neben dem Rumgespiele mit KowaCoin (1, 2) einen neuen unschlagbaren Cryptotoken initiiert. Den MSG-Token (MSG | Message). Vom Bitcoin existieren 21.000.000 Stück. Vom MSG Token existieren 9.200.000.000.000.000.000 >> 9,2 Trillionen. Also genug für Alle. Dieser Token ist aber schlicht NICHTS wert. Null. Nada. Niente. Mittlerweile halten diesen Token über 1.500 Personen, bzw. liegt er in 1.500 Wallets. Um jetzt den Wert zu steigern, müsste irgendjemand den MSG voll toll finden und ihn kaufen. Da das natürlich niemand gemacht hat, habe ich nachgeholfen. Ich habe mir meinen MSG einfach selbst abgekauft. Voll einfach. Zweites Wallet eröffnen, mit WAVES und Bitcoin füllen, fertig. Ich habe ihn gekauft für BTC und WAVES. Den kleinsten möglichen Preis, den ich mir selbst leisten konnte. Ich glaube jedenfalls es war so. Bei den Zahlen habe ich selbst bei meiner eigenen Kreation mit den ganzen Nullen den Überblick verloren. 🙂 Um am Markt Spuren zu hinterlassen, reicht der Kauf von einem einzigen Token.

Durch diesen Kauf von mir selbst, ist der MSG Token jetzt unbezahlbar viel BTC oder WAVES wert. Mein MSG-Token ist in der Masse wertvoller als Bitcoin. Wirklich! 🙂 Mein Pech ist nur, dass ich den Token wegen fehlendem Kapital, das ist auch nur den wohlhabenden Geldeintreibern vorenthalten, nicht an verschiedenen Cryptomärkten notieren lassen kann. So ein Pech. Das gleiche dämliche Spiel habe ich dann noch ein wenig mit meinem KowaCoin gemacht. 🙂

Wenn Ihr also was davon haben wollt, um einmal Millionär zu sein, dann müsst Ihr Euch hier ein Wallet eröffnen: https://waveswallet.io und mir Eure Adresse geben. Dann sende ich Euch 1 Million Token zu. 🙂 Also maximal für 50 Leute verschwende ich die Transaktionsgebühren jetzt noch. 😉 Also schnell, Ihr armen Bundesbürger. Oder Ihr holt Euch den MSG-Token kostenlos im MSG-eigenen Faucet. Wenn Euch dann jemand fragt: Hast Du Ahnung von diesen Bitcoins? Dann könnt Ihr sagen: Ich bin bei Cryptowährungen voll eingestiegen. Willst mal sehen? Hier ein Beispiel , Ihr müsst aber warten bis die Asset-Liste geladen ist und oben der WAVES- und Bitcoin-Wert steht!

Ihr glaubt ja gar nicht, wie viele Leute den Token bei mir angefordert haben und es noch tun. 🙂 Meine oben verlinkte und extra für MSG angelegte Unterseite animiert täglich Besucher. Selbst Fragen nach KowaCoins fallen ab und zu mal auf. Nur kaufen tut keiner. Warum auch? Ist ja Müll. Wenn ich jetzt Termingeschäfte an der Wall-Street machen würde, könnte ich den Preis hoch und runter drücken. Ich muss an den verschiedenen Handelsplätzen schlicht nur mit mir selbst Geschäfte machen. Die Daten fließen in die Statistik. Fertig ist die Blase. Natürlich benötige ich ein paar Milliarden in der Hinterhand. Und der Rest der Bande wundert sich warum da gehandelt wird und warum man selbst nichts los wird.

Nichts anderes passiert momentan mit Bitcoins. Bei den täglichen Milliarden an Kapitalisierung spielen keine kleinen Leute mehr mit. Das sind die großen Player. Durch die Abhängigkeiten der anderen Cryptos ist dieses ganze System im Zusammenbruch. Die Masse an realem Geld verändert die Geschwindigkeit und die Dimension. Was in diese Märkte gepumpt wird, lässt nur noch große Spieler profitieren. Für kleine Leute ist das Spiel aus. Die Besitzer mit günstig gekauften Assets können noch – sofern Zugriff – ein bisschen Kasse machen. Alles andere ist blanker Wahnsinn.

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