2019, Blog, Kenya

Uber in Kenya

In Kenia hat das Uber Geschäft die Taxiindustrie radikal verändert. Eine klassische Fallstudie ist Paul der Uberfahrer, der von Kawangware in Nairobi aus operiert. Zuerst wurde Paul als Uberfahrer eingestellt. Er hatte ein Uber-Konto, aber kein eigenes Fahrzeug. Er arbeitete eine Weile mit Autos anderer Personen. Dafür musste er sein Einkommen mit dem Besitzer des Autos teilen. Für Benzin und Autoreparaturen.

Anfangs war das Geschäft sehr gut, da es nur wenige Uberfahrer auf der Plattform gab, aber mit der Zeit wuchs die Anzahl an und jeder Arbeitslose dachte über ein Uber-Geschäft nach. In kürzester Zeit konnte die Plattform keine neuen Fahrer mehr aufnehmen, da sie eine Höchstgrenze erreicht hatte. Das führte in Ermangelung an Uberkonten dazu, dass einige Nutzter ihre Uberkonten an neue Fahrer mit KfZ für Geld verkauften.

Paul gehörte dazu. Er wollte ebenfalls von so einem Verkauf profitieren, da er in absehbarer Zeit kein eigenes Auto haben würde und seinen Lohn immer teilen müsste. Doch noch bevor es dazu kam, hatte die Firma CMC Kenia (ein Automobilmontagewerk) eine Geschäftsidee. Sie boten Uberfahrern ohne eigenes Auto an, ein Fahrzeug zu übernehmen und abzubezahlen. Irgendwann wäre es ihr Auto.

Jetzt hatte Paul einen Grund, sein Konto nicht zu verkaufen. Er interessierte sich für dieses Angebot und besuchte die Firma. Sein Profil passte dem Anbieter. Da andere Sicherheiten nicht zu erwarten waren, entschied man auf Grundlage der Anzahl der bisherigen Fahrten und Bewertungen von Appnutzern, dass Paul qualifiziert war. Er bekam einen Suzuki Alto 800. Ein Dreizylinder-Motorwagen mit niedrigem Verbrauch und für viele Fahrten geeignet. Für Touren vom Zentrum Nairobis bis zum Flughafen kann Paul ca. 10 € veranschlagen. Insgesamt belaufen sich seine Spritkosten auf 30% der Einnahmen. Manchmal etwas mehr. Er geht davon aus, dass sein Auto in fünf Jahren abbezahlt ist.

Seine Kunden kommen aus allen Lebensbereichen und einige suchen seine Dienste immer wieder auf, ohne sich überhaupt bei der Uber-App-Plattform anzumelden. Er hat gute Kundenbeziehungen aufgebaut. Er glaubt, dass er auch ohne die Uber-App gute Geschäfte machen kann, da er einen riesigen Kundenstamm hat.

Neben Uber festigt auch taxify sein Geschäft und wird zu einem starken Spieler im Transportgewerbe.

Die einzige Herausforderung bei Taxi-Apps ist, dass sie nur brandneue Autos zulassen und Menschen mit Fahrzeugen ausschließen, die nicht wirklich neu sind. Eine Hürde, die wenige Menschen aus der Mittel- oder Unterschicht, meistern können.

Uber hat das Leben einiger Kenyaner tatsächlich grundlegend verändert. In einem Land, in dem es keinen öffentlichen Nahverkehr gibt, wie er in Europa existiert, sind Transportkosten enorm hoch. Durch Uber sinken die Preise auch bei den Monopolen.

 

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