2013, Blog

Von Ermittlungen und Zeitreisen?

In meinem Beitrag Bewertung der Dokumente von Landgericht Köln bin ich darauf eingegangen, dass laut Eidesstattlicher Erklärung der Softwarefachberater im Sekundentakt die Downloadquelle verifiziet haben will, um die Funktionsfähigkeit der Software zu gewährleisten. Was an sich schon auf ein ziemlich abenteuerliches Konstrukt hinweist. Ich bin auch darauf eingegangen, dass der Softwarefachberater den Ursprung der Downloads kontinuierlich verifiziert haben will / muss, um sicherzustellen, dass die gesicherten IP-Adressen der Nutzer auch wirklich die richtige Quelle gestreamt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun möglicherweise ebenfalls in diese Richtung. Denn die Rechnung ist relativ einfach. Bei extra niedrig angesetzten 10.000 IP-Adressen hätte der Softwareberater der ominösen itGuard Inc. knapp 26 Sekunden Zeit gehabt den Download zu verifizieren, also Download – Hashwert – Angucken – Download – Hashwert – Angucken etc.! Die Software kann das ja nicht. Da die Filme jedoch länger sind als 26 Sekunden sind und drei Tage am Stück nicht geschlafen wurde, ist das mit der fehlerfreien Analyse ziemlich mutig, außer die Firma itGuard hat Zeitreisen erfunden oder es geschaft die Zeit in den 3 Tagen der IP-Recherche im ganzen Universum ab und zu mal anzuhalten. Innovativ! In jeder Hinsicht!

 

Mathematik:

3 Tage = 72 Stunden

72 Stunden = 4320 Minuten

4320 Minuten = 259200 Sekunden

Sekunden / IP-Adressen = Zeitfenster zum Download – Hashwert – Angucken und so weiter.

Beispiele (Sekunden aufgerundet):

10.000 IP – Adressen = 26 Sekunden

20.000 IP – Adressen = 13 Sekunden

30.000 IP – Adressen = 9 Sekunden

40.000 IP – Adressen  = 6,5 Sekunden

50.000 IP – Adressen = 5,2 Sekunden

 

Kritik und Irrtümer immer gerne per eMail an mich! Danke an den Anrufer der mir die Sekundenrechnung gemacht hat!

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