2019, Blog

Was machen eigentlich Youtuber?

Die Generationen sind wirklich unterschiedlich. Mein Umfeld – also die 40iger darin – nutzen Youtube ab und zu. Wäre Youtube weg, würde es niemanden stören. Meine Frau ist ein paar Jahre jünger als ich und nutzt Youtube maßgeblich, ebenfalls als Quelle, um sich über Ihre Heimat zu informieren. Ab und zu mal ein Zumbavideo zum Sport machen. Noch jüngere Generationen nutzen es weit intensiver. Aber was gucken die Jüngsten unter uns eigentlich für Videos?

Für ein anderes Projekt, hatte ich mich mit Youtubern beschäftigt. Ich möchte die Jungs und Mädels mit ihren Channels jetzt nicht haten, aber umso mehr man davon schaut, umso komischer wirkt es auf mich.

Was gibt es also für Angebote?

1. Gamer. Einige Youtuber spielen Computer und präsentieren die Videos entweder im Livestream oder als Aufnahme. In der Regel spielen sie die Hammerburnergames der Gegenwart. In der Regel mit Hammergrafik, viel Gewalt und derbem Sound. Die Videos sind oft auf Spaß ausgelegt.

2. Gamer light. Ich habe diese Kategorie mal festgelegt, weil es einige Youtuber gibt, die eher leichte Spiele präsentieren. Es ist entsprechend langweilig ihnen bei Minecraft zuzusehen.

3. Bei Frauen und anderen Geschlechtern sind Schminkvideos total angesagt. Da guckt man einfach Leuten zu, die nach dem Aufstehen Scheiße aussehen und nach dreißig Minuten oder zwei Stunden plötzlich soviel Tusche in der Maske haben, dass man sie gleich heiraten möchte. (Wenn man noch darf.)

4. Handwerker und DIY-Videos. Eher mit weniger Aufmerksamkeit beglückt werden die Youtuber für Selbst ist der Mann. Finde sogar ich ab und zu spannend.

5. Dann die rein kommerziellen Videos von Firmen und Marken, die selbst Youtube-Videos produzieren. Oft relativ gefühllos und nur für Leute die mal eben wissen wollen, wie man einen Teppich verlegt. Oder eben reine Werbefilme.

6. Dann kommen die Influencer. Die Influencer mit Millionen Subscribers. Was machen die? Nun, sie reden mit sich selbst, manchmal mit immer wiederkehrenden Gästen, sie schminken sich, sie zeigen welche Kleidung sie anziehen. Wenn sie sich einen Tee machen, zeigen sie ihren Wasserkocher der zufällig von der gleichen Marke ist wie der daneben stehende Toaster. Sie präsentieren ein Auto, dass zufällig vor ihrem Haus steht, oder sind zufällig in der Stadt unterwegs, um in irgendeiner Kette von Frisören, Schminkbuden oder Shoppingcentern auf Tour zu gehen und natürlich der Besuch von Restaurants, deren Essen sooooooo geil schmeckt und deren Personal soooo superduper drauf ist. Und diese Influencer machen das ständig. Immer wieder von Vorne. Sie lassen uns teilnehmen an einem Leben, dass eigentlich so gut wie kein Mensch in der Realität führen kann. Gut, mit Ausnahme die Reiseblogger, die zufällig in einem Fünf-Sterne-Hotel abgestiegen sind, um drei Wochen total günstigen Jahresgehalturlaub zu machen.

7. Ein Großteil der Youtuber führt Monologe in die Kamera. Politik, Gesellschaft, Hater, Alltag. Wahrscheinlich neben den DIY-Produzenten noch die sympathischsten Youtuber. Vor allem, wenn es keine Produktplatzierungen gibt und eine Interaktion mit den Zuschauern erfolgt. Aber auch hier bleibt eine Frage nach dem Nutzen. In der Regel ist es Unterhaltung für einen kurzen Moment.

Realistisch gesehen, ist mit Ausnahme von DIY-Videos – und da gibt es lustige und gute Produktionen – alles andere doch Zeitverschwendung. Nichts davon hat einen langfristigen Wert. Nichts ist notwendig, um den eigenen Tag zu meistern. Vielleicht ist manches davon lustig, aber nach einmal ansehen, ist es dann auch schon genug.

Die Algorithmen von Youtube sind ja so ausgelegt, dass die Zuschauer immer tiefer in die Videobibliothek hineingezogen wird. Man kann gar nicht aufhören. Man wird angelockt, um weiter zuzuschauen und noch mehr Werbu ….. ähm nutzergenerierten Inhalt anzuschauen. Die Zeit, die dabei für wertvolle Dinge verloren geht, kommt jedoch nicht mehr zurück.

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