2018, Blog

Who the fuck is Fred?

In Kenya bin ich gut herumgekommen. Unter anderem war ich viel mit Fred unterwegs. Und Fred bereichert ab Mai kowabit mit zusaetzlichen Geschichten.

Fred wurde gerade 30 Jahre jung, hat eine Lebenspartnerin mit eigenem Kind und in einem Monat ihr erstes gemeinsames Kind. Fred und seine Lebenspartnerin spiegeln ein gutes Abbild der kenyanischen Gesellschaft.
Maenner lassen oft Frauen mit Kind zurueck. Leider sehr oft erlebt. Gut, wenn sie einen anderen Partner finden. Unterhalt oder Kindergeld gibt es nicht. Die Lebenspartnerin hat einen festen Job. Schlechte Arbeitszeiten. Viel zu viel. Familienunfreundlich. Aber ein fester Job ist pures Gold. Nach der Geburt eines Kindes gibt es jedoch nur drei Monate Pause. Ohne zusaetzlich zu bezahlendes Kindermaedchen laeuft nichts. Fred hat keinen festen Job. Er gehoert zu dem Teil der Bevoelkerung, der von Tag zu Tag auf Arbeit und Auftraege wartet. Dazu gehoert Unterstuetzung fuer Auslaender bei Behoerdengaengen, bspw. Fragen zum Bleiberecht in Kenya. Er tut fast jedem den er trifft einen Gefallen. Deshalb kennt er eine Menge Personen in unterschiedlichen Positionen.

Er ist ein konsequenter Verhandlungspartner. Bei Geschaeften sollte man ihn dabei haben. Wir mussten einen Reifen wechseln lassen. Da ein Weisser dabei war, sollte das umgerechnet 80 Cent kosten. Mir war das egal. Aber Fred sagte Nein. Kenyaner zahlen nur 40 Cent. Also wird erst jemand gesucht der das fuer 40 Cent erledigt. Der bekommt dann aber noch 40 Cent Trinkgeld.

Fred macht auch was mit Computern. Aeltere Ciscozertifikate existieren noch aus seiner Zeit bei einem kenyanischen Provider. Er wuerde gerne fuer 25.000 Euro Computer einkaufen, um sie dann in Kenya zu verkaufen. Computer sind hier teuer. Weit teurer als bei uns. Aber fuer 25.000 Euro kann man sich hier eine kleine Villa bauen. Das Geld fehlt. Kredite gibt es dafuer nicht und auf Vertrauen geht in Kenya kein Hardwarehaendler in Vorleistung.

So macht er Telefonsupport in Computerdingen und faehrt auch zu Kunden nach Hause oder ins Buero. Fuer 4 Euro pro Serviceeinsatz. Ausnahme waere, wenn er Installationen oder Einkaeufe erledigen muss. Dann schon mal 16 Euro plus Unkosten fuer Software und Hardware.

Miete, Essen sind teuer und vor allem Arzt- und Krankenhauskosten koennen Menschen ohne Krankenversicherung ruinieren. In Nairobi ist das alles teuer. Weit teurer als auf dem Land. Wer seinen Acker (4.000 Quadratmeter) auf dem Land hat, hat Nahrung und ein paar Dinge zum Verkaufen. Bspw. Obst und Gemuese, Holz oder Tiere bzw. deren Endprodukte. Auch Miete wird nicht faellig. Ein einfaches Leben. In Nairobi muss man fuer Essen, Trinken, Wohnen und Transport viel bezahlen und entsprechend viel mehr verdienen als der Farmer auf dem Land benoetigt.

Die Mieten sind frech und unverschaemt. Die bezahlbaren Wohnungen eigentlich unbewohnbar und zu klein. Oft teilen sich fuenf Familien eine Dreiraumwohnung. Kueche und Bad werden dann als extra Wohnung vermietet. Furchtbar. Aber so leben sie. So arbeiten sie. Auch Fred.

Fred unterstuetzt auch die Partei des Oppositionsfuehrers hier in Kenya. In Wahlkampfkampagnen arbeitet er im Social Media Bereich. Marketing fuer Politik und Partei. Diese Kombination, so haben wir besprochen, wollen wir nutzen. Fred schreibt demnaechst bis zu zwei Artikel pro Monat fuer kowabit.de! Artikel ueber Technologie, Apps und Internet in Kenya. Geschichten ueber Menschen und Ihre Lebens- und Arbeitsweise in einem Land, dass zwischen Agrarland und Moderne erschreckend und romantisch festhaengt und trotzdem in vielen Bereichen weiter ist als Deutschland.

Fred hat Paypal. Er kann direkt unterstuetzt werden. Auch ich bezahle ihn fuer seine Recherchen. Bis Dezember ist das gesichert. Dann schauen wir weiter.

Vielleicht findet Ihr Gefallen an den Geschichten, dem Land oder bekommt die Lust auf einen Besuch. Fred steht auch als Reisefuehrer zur Verfuegung. Natuerlich nur gegen Bezahlung.

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