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Workmail

Amazon startet Workmail. Ihr wisst nicht was das ist? Kein Problem! Wenn Ihr ein Unternehmen habt, könnt Ihr jetzt Eure technische E-Mail-Infrastruktur zu Amazon outsourcen. Ihr habt zwar kein IMAP oder POP3 etc., sondern müsst auf Microsofts Exchange-Active-Sync abfahren, aber es soll sich für Unternehmen lohnen.

Ein Webzugang mit Unterstützung für Firefox, Chrome, Safari und Internet Explorer, 50GB Speicherplatz pro Nutzer, 25 MB für Anhänge, Zusammenarbeit mit anderen Nutzern, momentan nur Outlook-Unterstützung, S/MIME wird unterstützt (nicht bei der Webanwendung) und die Schlüsselverwaltung zum Ver- und Entschlüsseln von Daten ist auch schon mit dem AWS Key Management Service (KMS) integriert.

Richtig: Ich habe das Gleiche gedacht wie Ihr! Was verdammt ist daran neu oder besser? Na Nichts!

Im Grunde ist es sogar völliger Wahnsinn diesen Service ernsthaft anzubieten. Allein das Management der Schlüsselinfrastruktur in die Cloud (alter Begriff: in das Internet) zu verlagern, müsste uns zwingen Briefe an Amazon zu schreiben:

Liebes Amazon,

ich verzichte auf Workmail. Ich gebe Ihnen nicht die Schlüssel zu meinen Geheimnissen!

Mit freundlichen Grüßen

Wer diesen Service bucht, muss sich für eine von drei Regionen entscheiden in denen die technischen Anlagen stehen. Zweimal USA und einmal EU. Die EU wird hier repräsentiert von Irland. *reusper*

Für 4$ im Monat pro Nutzer hat ein US-Unternehmen Zugriff auf Eure Daten, Aufträge und Geheimnisse. Für 4$ im Monat pro Nutzer können Geheimdienste oder im schlimmsten Fall mal Hacker alles Entschlüsseln, was von Bedeutung ist, oder gewaltigen Schaden anrichten. Für 4$ im Monat pro Nutzer das Datenschutzniveau von Irland einkaufen. Und für 6$ im Monat kann jeder Nutzer zusätzlich 200GB Daten ins Internet auslagern. Joa! Voll geil!

Sensationeller Start ins Jahr 2016!

Innovativ, dieses Internet …

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